Zyngas Farmville nutzt Facebook Credits

zyngaViele Social Games funktionieren wie andere Free2Play-Spiele: Grundsätzlich sind sie kostenlos spielbar, möchte man jedoch mehr aus seinem Spielerlebnis holen, muss man echtes Geld investieren, um sich so Ingame-Währung zu kaufen, mit der man durch bestimmte virtuelle Items schneller vorankommt oder sich andere Vorteile “erkauft”. Zyngas FarmVille nutzte bisher hierfür Farm Cash und Farm Coins. Nun jedoch können sich Spieler auch über Facebooks eigene Währung Facebook Credits Items im Spiel kaufen.

Seit November 2008 bietet Facebook die Währung Facebook Credits an. Seit Mai vergangenen Jahres nutzen auch Drittanbieter die Währung für ihre Apps. Diese nimmt inzwischen sogar einen höheren Stellenwert als eine Bezahlung per Kreditkarte ein und wird beim Kauf von Ingame-Items an erster Stelle genannt. Natürlich ist es so, dass Facebook kräftig an der Nutzung seiner Währung verdient. Ganze 30% behält das Social Network ein, wird mit den Facebook Credits bezahlt. Laut Facebook dient die eigene Währung dem Zweck, Entwickler und User direkt Geschäfte austragen zu lassen, ohne eine dritte Partei zwischenzuschalten - abgesehen von Facebook selbstverständlich.

Welche Auswirkungen kann die Währung der Facebook Credits haben? Zum einen möchte das Social Network natürlich so viel wie möglich damit verdienen, weshalb die Nutzung der eigenen Währung vorangetrieben wird. Dies könnte dazu führen, dass in Zukunft auf Facebook nur noch mit Facebook Credits bezahlt werden kann. Dadurch würden andere Zahlungsarten an Bedeutung verlieren und Facebook ein Monopol erhalten. Einerseits hätten User in diesem Fall nur noch eine Währung, was den Kauf virtueller Güter weniger komplizert macht. Andererseits könnte das aber auch bedeuten, dass Facebook die Preisgestaltung der eigenen Währung nach Gutdünken verändern kann. Die 30%, die Facebook bei der Nutzung der Credits derzeit einbehält, sind auch nicht wenig, wodurch die Preise für virtuelle Güter steigen könnten. Es ist auch so, dass User ihre Freunde mit den Credits belohnen können, posten diese interessante Status-Updates. Ein weiterer Schritt wäre nun, Informationen nur noch gegen Geld anzubieten.

Interessant ist auch, dass die Spiele, welche Facebook Credits nutzen, im Dashboard gefeatured werden. Alle Unternehmen, die sich also nicht an Facebooks Währung beteiligen, sind schonmal im Nachteil, da sie nicht im Dashboard empfohlen werden. Unter den gefeatureten Games befinden sich etwa Happy Aquarium, Happy Island, Zoo Paradise und Happy Pets. Sowohl Zynga, als auch CrowdStar, playfish und Playdom bieten für ihre Games die Bezahlung mit Facebook Credits an. Allesamt große Unternehmen mit sehr erfolgreichen Spielen und einer großen Nutzerbasis. Mit Farmville nutzt nun auch die größte Applikation mit über 84 Millionen Usern im Monat Facebooks Währung. Das Social Network geht davon aus, dass durch die Credits der Gewinn weiter steigen wird. Mit $ 1,1 Milliarden rechnet das Unternehmen für 2010.

Es gibt auch bereits Stimmen aus der Branche zu diesem Thema. Hennig Kosmack, CEO der MegaZebra GmbH meint GameBizz gegenüber: “Social Games monetarisieren zunehmend über virtuelle Güter und Premium-Features in den Spielen, die über diverse Bezahlsysteme heute schon gekauft werden können, wie z.B. auch in KickerBuddies von MegaZebra. Das Facebook jetzt hiervon etwas abhaben will, macht erst einmal Sinn für sie, aber ich denke auch für die Entwickler der Spiele und, vor allem, für die Nutzer selber. Ähnlich einem iTunes von Apple denke ich, dass für viele Nutzer die Vertrautheit mit einem gewissen Bezahlsystem zu einer erheblichen Erleichterung im Kaufprozess führt. Wenn hiermit also das gesamte Spielerlebnis für die Nutzer gesteigert werden kann, dann ist das natürlich auch im Sinne der Spieleentwickler.”

Weitere Games-Entwickler werden sicher ebenfalls auf den Facebook Credits-Zug aufspringen. Ob sich die Währung in Zukunft als einzige Möglichkeit, Virtual Items in Facebook Apps zu bezahlen entpuppt, wird sich zeigen.

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