Trendprognose Onlinegames 2010 Teil 2

Mit leichter Verspätung führen wir heute unsere Trendprognose für Onlinegames im Jahr 2010 fort. Im ersten Teil gingen wir auf die immer stärkere Verbreitung der Free2Play-Games ein und verglichen Abonnement-MMOs mit dem Free2Play-Modell. Wir beleuchteten den Boom der Social Games und spekulierten über eine Ablösung der Clientgames durch Browserspiele. Im zweiten Teil werfen wir einen Blick auf Apple’s IPad und das mögliche Potenzial im Gamesbereich, stellen Blizzards Battle.Net 2.0 vor und zeigen eine neue Möglichkeit der Monetarisierung anhand des Beispiels von WildTangents BrandBoost.

Apples IPad als neue Spieleplattform:

ipadEnde Januar präsentierte Apple das IPad, ein Gerät, über das im Vorfeld bereits viel spekuliert wurde. Das gezeigte Gerät spaltete allerdings die Gemüter. Während die einen den durchaus ansehnlichen Tablet-PC in Himmel loben, sind wieder andere enttäuscht und sehen ihn als eine überdimensionierte Version des IPod. Neben der Funktionalität als abgespecktes Notebook, präsentierte Apple auch die Spieletauglichkeit des IPads. Games werden darüber als Apps geladen, die natürlich gekauft werden sollen. Durch die Bewegungssteuerung, die gute 3D-Fähigkeit und das relativ große Display machen Spiele auch einen guten Eindruck. Doch der Preis des Geräts ist mit 499 Euro für die kleinste Version für Gamer recht happig. Die fehlende Flash-Unterstützung sorgt ebenfalls für Unverständis. Doch damit sichert sich Apple das Geschäft, Spiele über den Store zu verkaufen. Wäre es möglich, kostenlose Flashgames auf dem IPad zu spielen, würde Apple sicher weniger Umsatz machen. Ob sich das IPad letzten Endes als Gameplattform durchsetzt, hängt auch von den angebotenen Spielen ab - Interesse von seiten der Spielehersteller wurde bereits bekundet - und davon, wie wohl sich Spieler fühlen, mit einem etwa Din A4 großen Gerät in der Öffentlichtkeit herumzuhantieren. Denn für zu Hause stehen leistungsfähigere Spieleplattformen zur Verfügung.

Blizzards Battle.Net 2.0 als Social Network:

battlenetBereits im vergangenen Jahr gab es Gerüchte, dass Blizzard mit dem für dieses Jahr geplanten Start des Battle.Net 2.0 mehr in Richtung Social Network gehen könnte. 1996 erblickte das Battle.Net das Licht der Welt, als eine Plattform, über die sich Spieler für Multiplayer-Matches in Blizzards Games treffen konnten, um gemeinsam spielen zu können. Inzwischen weißt das Netzwerk über 12 Millionen aktive Accounts auf. Mit dem Battle.Net 2.0 will Blizzard nun ein Netzwerk erschaffen, in dem sich Gamer aufhalten können, auch, wenn sie nicht nach Mitspielern suchen (Always Connected Experience). Chats, News, Highscores/Ladders und Statusmeldungen von Freunden sollen dazu führen, dass das Battle.Net 2.0 sich zu einer Art Facebook entwickelt. Jeder Spieler erstellt sich einen Avatar, anhand dessen auch die Erfolge in Spielen repräsentiert werden. Dazu kommt das sogenannte Real ID-System, über das man die echte Identität eines Freundes erfährt und sich mit ihm austauschen kann. Ein weiteres Feature wird sein, Usergenerated-Content wie Maps über das Netzwerk zu präsentieren und mit allen Spielern zu teilen. Auf diese Weise sollen die Modifikationen auch bewertet und sogar zum Kauf angeboten werden. All diese Ideen erscheinen bekannt und stellen im Bereich Social Network nichts grundlegend neues dar. Durch die ungeheure Popularität von Blizzards Spielen wird das Battle.Net 2.0 jedoch viele Anhänger finden. Und vielleicht erwarten uns hier in Zukunft sogar Social Games von Blizzard.

Werbung macht Free2Play noch günstiger:

wt_shadow_hiresOnline-Werbung-Experte WildTangent enthüllte vor kurzem BrandBoost. Dieses System ermöglicht es Spielern von Onlinegames, kostenlos an Ingame-Items oder Spielzeit zu kommen, indem sie 30-sekündige Werbefilme anschauen. Das System ist interessant und könnte sogar von Gamern akzeptiert werden. Die Hemmschwelle in Free2Play-Spielen, echtes Geld für virtuelle Gegenstände auszugeben ist noch immer relativ hoch. Laut WildTangent jedoch würden 95% der User ihres Netzwerks einen kurzen Werbefilm im Austausch gegen beispielsweise Ingame-Items oder einen Tag kostenlose Spielzeit für Abo-MMOs akzeptieren. Sonys MMORPG Free Realms und die Onlinespiele von OMGPOP nutzen das System bereits und auch für Facebook und MySpace soll BrandBoost bald umgesetzt werden. Ob es sich durchsetzt, werden die kommenden Monate zeigen. Interessant ist es allemal.

Das Jahr wird sicher noch weitere Innovationen im Bereich der Onlinegames hervorbringen, über die GameBizz berichten wird. Ob Social Gaming, Free2Play, neue Plattformen wie das Battle.Net 2.0 oder das IPad, es bleibt spannend im Markt.

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