Trendprognose Onlinegames 2010 Teil 1

Das Jahr 2009 brachte viele interessante Trends und Änderungen im Bereich der Onlinegames. Social Games auf Social Networks wie Facebook gewannen drastisch an Bedeutung, der Markt der Free2Play-Spiele brachte mehr und immer bessere Produkte hervor und im Bereich Browsergames steigerte sich die Qualität der Spiele enorm. Da der erste Monat des neuen Jahres vorbei ist und damit eine konkretere Beschreibung der Prognosen zulässt, blickt GameBizz daher in die Zukunft, beleuchtet Trends und wagt einen Ausblick, wie sich der Markt der Onlinegames im Jahr 2010 entwickeln könnte. Im ersten Teil gehen wir auf die wachsende Bedeutung von Social Games ein, beleuchten Free2Play-Spiele im Vergleich mit Verkausspielen und Abonnement-MMOs und schauen in die Zukunft der Browsergames.

Free2Play-Games auf dem Vormarsch gegen Verkaufsspiele:

parabellumIn den Köpfen vieler (westlicher) Spieler ist noch immer der Gedanke verankert, “kostenlose” Spiele seinen qualitativ minderwertig und nur Verkaufsspiele oder Onlinegames mit einem Abonnement-Modell würden für Qualität stehen. Bereits 2009 hat sich jedoch gezeigt, dass immer mehr Free2play-Browser- und Clientgames den Vergleich mit Verkaufsspielen nicht scheuen müssen. Letztes Jahr erschien Acony Games MMO-Shooter Parabellum, der optisch selbst aktuelle Verkaufsspiele in den Schatten stellt. Electronic Arts BattleForge zeigt ebenfalls, was bei kostenlosen Spielen möglich ist. Auch im Bereich Browsergames steigt die Qualität kontinuierlich an und aktuelle Spiele wie Lord of Ultima oder Shakes & Fidget und Gilde 1400 brauchen sich spielerisch nicht hinter der kostenpflichtigen Konkurrenz zu verstecken. Selbst aufwändige 3D-Grafiken sind möglich wie etwa bei Splitscreen Studios Pirate Galaxy oder Pixelplayings FunFastFantastic. Allerdings werden sicher auch viele Unternehmen auf den Free2Play-Zug aufspringen wollen, indem sie schnell Games zusammenschustern, welche qualitativ nicht überzeugen können. Daher ist dieses Jahr mit einer Mischung aus sehr guten und schlechten Free2Play-Spielen zu rechnen. Dennoch werden wohl viele Unternehmen wie Electronic Arts oder auch Ubisoft im Browsergamesmarkt mitmischen und könnten hier gerade durch zugkräftige Marken wie etwa Die Siedler punkten.

Gebührenpflichtige Abonnement-MMOs gegen Free2Play-Spiele:

shaiyaBlizzards World of Warcraft sitzt felsenfest auf dem Thron der Abo-MMORPGs. Über 11 Millionen Spieler zählt das Online-Rollenspiel, eine Zahl, von der Wettbewerber wie Lord of the Rings Online oder Warhammer Online: Age of Reckoning nur träumen können. Dass eine solche Spielerzahl jedoch trotzdem erreicht werden kann, zeigt Aeriagames, die etwa das Free2Play-MMORPG Shaiya vertreiben. Erst Ende Januar feierte das Unternehmen den 10 Millionsten Spieler. Wenn im Bereich der Abo-MMORPGs gegen World of Warcraft nicht anzukommen ist, werden wohl immer mehr Unternehmen den Weg Free2Play einschlagen. Daher ist für 2010 mit neuen, qualitativ hochwertigen Free2Play-MMORPGs zu rechnen. Bei der Monetarisierung wird nach wie vor das Micropayment eine entscheidende Rolle spielen. Ob und wie stark hier allerdings zahlende Kunden gegenüber nichtzahlenden bevorzugt werden, muss abgewartet werden. Gerade der Fall Battlefield Heroes - bei dem Ende November die zahlenden Spieler einen großen Vorsprung durch eine Umstellung des Wertes der kaufbaren Ingame-Punkte erhielten - könnte ein Indiz dafür sein, dass in Zukunft nichtzahlende Spieler immer weiter in den Hintergrund rücken.

Social Games gewinnen immer mehr an Bedeutung:

brain-buddiesWeltweit über 350 Millionen Nutzer hat das Social Network Facebook laut eigenen Angaben. Dass auch sehr viele spielebegeisterte User darunter sind, macht das Netzwerk sehr attraktiv als Gamingplattform. Tausende an Apps, darunter auch Spiele stehen daher bereits jetzt zur Verfügung. Sogar die VZ-Netzwerke MeinVZ, StudiVZ und SchülerVZ bieten über das OpenSocial-Konzept Casual Games den Nutzern an. Selbst große Browsergames-Anbieter wie Bigpoint dringen in den Social Games-Markt ein. Finanzspritzen für Social Games-Entwickler wie etwa wooga oder der Kauf von Playfish durch Electronic Arts zeigen, welches Potenzial auf diesem Markt gesehen wird - ob dieser Trend allerdings länger anhält ist zweifelhaft, da sich bereits jetzt erste Anzeichen zeigen, welche Unternehmen das richtige Händchen bei den Social Games haben. Auch 2010 werden diese Spiele eine entscheidene Rolle spielen. Jedoch werden sich hier nur Casual Games durchsetzen, die nicht allzu komplex sind und wenig Zeit in Anspruch nehmen. Hier spielt auch eine große Rolle, seine Erfolge öffentlich machen und sich mit anderen Spielern vergleichen zu können, wofür ein Social Network prädestiniert ist. Nachdem Electronic Arts mit dem Kauf von Playfish nun auch in Facebook vertreten ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis andere Unternehmen nachziehen. In Zukunft werden wir sicher auch bekannte Spielenamen in Form von Casual Games in Social Networks finden.

Browsergames lösen langsam Clientgames ab:

funfastfantasticDerzeit benötigt man für grafisch anspruchsvolle und komplexe Spiele noch einen Client, den sich Spieler auf ihrem PC installieren müssen. Über einen Launcher wird dieser auf dem neuesten Stand gehalten und automatisch aktualisiert. Allerdings zeigen bereits Spiele wie die schon zuvor erwähnten Pirate Galaxy und FunFastFantastic aber auch Electronic Arts Tiger Woods PGA Tour Online, dass auch Browsergames 3D-Grafik darstellen können. Diese Technologie wird sich in diesem Jahr noch weiter verbessern, sodass über kurz oder lang Clients überflüssig werden dürften. Vorteil dabei ist, dass der Spieler keine großen Dateien mehr herunterladen muss, sondern sich lediglich auf der Website des Spiels einloggt und gleich spielen kann.

Nächste Woche setzen wir uns  in Teil 2 des Artikels mit Apples IPad und dessen Auswirkungen auf den Onlinegames-Markt, Blizzards Starcraft 2 und BattleNET 2.0, sowie weiteren Monetarisierungsmöglichkeiten auseinander.

3 Kommentare zu “Trendprognose Onlinegames 2010 Teil 1”

  1. Deutsche stecken 2009 über 540 Mio Euro in Casual Games - Onlinespiele Nachrichten auf OSN

    [...] beeindruckende Summen für Casual Games ausgegeben. Diese Zahlen belegen den gemeinhin vermuteten Trend zu verändertem Freizeitverhalten weg von klassischen Medien wie dem TV hin zu [...]

  2. Philip Müller

    Guten Abend,

    an sich finde ich den Artikel sehr interessant, allerdings finde ich ihn sehr eintönig, er ist zu sehr auf pro-browsergames eingeschossen.
    Natürlich sind BG’s nach wie vor auf dem Vormarsch, das liegt allerdings auch daran das es mittlerweile viel mehr weibliche und 55+ Spieler gibt als früher, die nunmal mehr auf kurzlebigen bzw. simplen Spielspaß stehen.
    Die Browsergames werden nach wie vor den Kauf-Spielen/-Clients in vielen Dingen nachstehen und das wird sich auch nicht ändern, lediglich die Grafik wird sich bessern aufgrund der Bandbreiten im Netz.
    Von einer Ablösung kann hier einfach nicht die Rede sein, es ist mehr ein neuer Markt, der dem “normalen” Markt Anteile klaut aufgrund von momentan nicht vorhandenen Spitzenspielen und zusätzlich ein riesigen Pool an neuen Spielern dazugewinnt (besonders durch Social-Networks).

    Viele Grüße

  3. Trendprognose Onlinegames 2010 Teil 2 | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business

    [...] leichter Verspätung führen wir heute unsere Trendprognose für Onlinegames im Jahr 2010 fort. Im ersten Teil gingen wir auf die immer stärkere Verbreitung der Free2Play-Games ein und verglichen [...]

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