Travian Games übernimmt Anteile von northworks - Update: Statement von Travian Games’ Florian Bohn
Nachdem vergangene Woche am Mittwoch, den 3. März bekannt wurde, dass das Müncher Browsergames-Unternehmen Travian Games Anteile der Hamburger Spieleschmiede northworks übernahm, war die Überraschung groß. GameBizz setzte sich gleich mit Travian Games in Verbindung, um ein Statement zu erhalten und wurde gleich mit den Antworten auf mehrere Fragen von Geschäftsführer Florian Bohn belohnt, mit dem wir schon vergangenen November ein Interview führten.
GameBizz: Wie kam der Deal zwischen northworks und Travian Games zustande?
Florian Bohn: Im Grunde war - wie so häufig im Leben - eine gehörige Portion Zufall im Spiel. Die Online-Games-Branche ist bekanntermaßen recht familiär und überschaubar. Aufgrund des offenen Erfahrungs- und Meinungsaustausches zwischen den Gründern von northworks und Travian Games stieg bereits im vergangenen Jahr das gegenseitige Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit. Daraus resultierten einige Folgegespräche, jedoch war beiden Seiten recht schnell klar, dass dies eine tolle Zukunftsoption ist. Danach waren natürlich viele Details zu klären und formale Hürden zu nehmen, welche uns aber nicht hindern konnten, die gemeinsame Zukunft zu besiegeln.
GameBizz: Was war der ausschlaggebende Punkt für Travian Games, bei northworks einzusteigen?
Florian Bohn: Neben ihren innovativen und hochwertigen Produkten “goalunited” und “ballersunited” war eine gemeinsame Grundphilosophie eine wichtige Voraussetzung. Auch northworks steht für Werte wie Nachhaltigkeit, absolute Leidenschaft für die entwickelten Spiele und das Bemühen, die Spieler so gut wie möglich in den Mittelpunkt der eigenen Entscheidungen zu stellen. Das alles deckt sich sehr gut mit unserem Verständnis. Der ausschlaggebende Punkt aber war das Team, das uns davon überzeugt hat, dass es den eingeschlagenen Weg weiter erfolgreich beschreiten wird.
GameBizz: Was verspricht sich Travian Games vom Einstieg bei northworks?
Florian Bohn: northworks bedient eine Zielgruppe, die Travian Games heute so noch nicht erreicht. Wir möchten damit unser Spieleportfolio qualitativ hochwertig ausweiten. Auf der anderen Seite bin ich sicher, dass northworks durch den Zugriff auf unsere Infrastruktur enorm profitieren wird. Der gegenseitige Knowhow-Austausch ist für beide Seiten sehr wertvoll.
GameBizz: Sieht Travian Games im Virtual Goods Selling der Produkte von northworks (das Trading-Card ähnliche Prinzip) eine weitere Möglichkeit der Monetarisierung?
Florian Bohn: Im Mittelpunkt steht für uns aktuell die Weiterentwicklung der Spiele und des Spielerlebnisses unserer Spieler. Das Trading-Card-Konzept finde ich persönlich dabei eine sehr schöne und innovativ umgesetzte Spielmechanik. Es ist aber primär ein gutes Mittel, dem Spieler noch mehr spielerische Möglichkeiten an die Hand zu geben. Dies ist sicherlich eine von vielen Stärken von ballersunited. Wenn sich daraus Monetarisierungsmöglichkeiten ergeben ist dies interessant, jedoch werden wir bei unserer Linie bleiben, dass eine faire Balance im Spiel zu erhalten immer primäre Voraussetzung ist.
Über Florian Bohn:
Florian Bohn ist studierter Betriebswirt und war zuvor bei der Loyalty Partner GmbH in verschiedenen Positionen (unter anderem Leiter Account Management, Projektleiter Product Developement) aktiv. Den gebürtigen Münchener zog es danach nach Hannover in den Norden, um dort bei der von Nordeck Holding als Manager im Vertrieb und Marketing tätig zu sein. Seit Juli 2009 ist Florian Bohn CEO von Travian Games und löste somit den Gründer Siegfried Müller ab. Die Firma mit Sitz in München hat derzeit 108 Angestellte, 5.2 Millionen aktive Spieler und veröffentlichte seine Spiele in über 51 Ländern.
