Playfish angelt im Retail-Markt

playfishlogo-300x74Das im letzten Jahr von Electronic Arts für $ 400 Millionen aufgekaufte Socialgaming-Unternehmen Playfish wirft ein Auge auf den Retail-Markt, um eine neue Methode der Monetarisierung einzuführen und die Gewohnheiten der Zielgruppe auszunutzen. Diese besteht aus Karten mit Ingame-Währung, die zunächst in England in ausgewählten Supermarkt-Ketten (Sainsbury’s, HMV oder WHSmith) angeboten werden.

Derartige Karten für Onlinegames sind nichts Neues; Blizzard bietet schon seit dem Start von World of Warcraft im Jahr 2004 Gametime-Cards an, über die man Spielzeit freischalten kann. Mit den Playfish Cash-Cards erhält der Spieler Ingame-Geld auf seinem Account gutgeschrieben, mit dem er sich in einem Item-Shop bessere Ausrüstung für seine Spielfigur kaufen kann. “Man darf die Macht des Retail-Vertriebs nicht unterschätzen”, so Playfish-Mitgründer Sebastien de Halleux. Vor allem im Socialgaming-Bereich mit anderen Zielgruppen als bei Retail-Spielen könnte das Konzept auch aufgehen. Während des Einkaufs im Supermarkt eine Guthaben-Karte für das Prepaid-Handy gekauft und daneben die Playfish Cash-Card für die Facebook-Spiele entdeckt und mitgenommen. Denn, Geld für etwas bezahlen, bei dem man zumindest eine Plastikkarte in der Hand hat, fällt nach wie vor leichter, als im Internet Geld auszugeben, ohne etwas Greifbares dafür zu bekommen. Die Karten werden zu Preisen von 10 bis 25 Pfund angeboten, was etwa 11 bis 28 Euro entspricht. Ob Gelegenheitsspieler jedoch fast 30 Euro für ein Casual Game hinblättern, um sich damit etwa neue Kleidung für ihre Spielfigur zu kaufen, sei dahingestellt.

Dies soll jedoch nur der Anfang sein, Social Games auf den Retail-Markt zu bringen. Laut Sebastien de Halleux experimentiere man bereits mit physischen Komponenten der Spiele, wobei es sich dabei auch um “Objekte, die eine Brücke zwischen Retail und Online schlagen sollen” handeln könnte. “Viele unserer User haben ein Interesse daran bekundet, mehr aus ihrem Spiel holen zu können, jenseits der Onlinekomponente. Dies kann alles sein zwischen virtueller Währung und einem 1,80 Meter großen Roboter aus einem unserer Spiele”, erklärt Sebastien de Halleux. Springen noch mehr Socialgaming-Unternehmen auf diesen Zug auf, können wir in Zukunft vielleicht Plüsch-Kürbisse aus FarmVille oder Pennergame/Street Rivals-Bierflaschen im Supermarkt kaufen.

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