Pennergame gegen Hinz & Kunzt

farbflut-logoIn einer Pressemitteilung von Pennergame-Entwickler Farbflut äußert sich Geschäftsführer Marius Follert zum neuen Obdachlosen-Browsergame der Straßenzeitschrift Hinz & Kunzt. Follert auf den Kommentar einer Hinz & Kunzt-Sprecherin, Pennergame würde Vorurteile gegen Obdachlose schüren: “Spiele, die politisch korrekter sind als Schulbücher, sind und bleiben Nischenprodukte für Jugendliche, mit denen auf dem Schulhof keiner spielen will. Wir wollen die Masse erreichen, etwas bewirken.” Generell jedoch findet Marius Follert “das Vorgehen von Hinz & Kunzt passend, denn Online-Spiele eignen sich hervorragend dafür, gerade junge Menschen auf gesellschaftspolitische Thematiken aufmerksam zu machen.” Niels Wildung - neben Marius Follert ebenfalls Geschäftsführer von Farbflut - fügt hinzu: “”Obdachlosigkeit ist ein Thema, dass mehr Öffentlichkeit verdient. Die Reduzierung auf den Verkauf von Zeitungen ist jedoch eine Perspektive von Hinz & Kunzt. Gerade mit dem provokanten Titel Pennergame gelingt es uns, auf das Thema aufmerksam zu machen.” Im Browsergame Egoseller von Hinz & Kunzt ist es Aufgabe des Spielers, innerhalb von zwei Minuten so viele Straßenzeitungen wie möglich in einer Kneipe zu verkaufen.

Da auch der Hamburger Browsergames-Anbieter Bigpoint ein Spiel zum Thema Obdachlosigkeit unter dem Titel Trash Heroes auf Facebook betreibt, wollte GameBizz Marius Follert zu dem Thema der Konkurrenz befragen. Während unseres Interviews erhielten wir dazu jedoch nur die Aussage, dass sich Farbflut grundsätzlich nicht zu Wettbewerbern äußern würde. Nach der gestrigen Pressemitteilung aber war das Erstaunen groß. Die Frage, die sich hier stellt, ist, warum sich Farbflut nicht zu einem Pennergame-Klon eines so großen Unternehmens wie Bigpoint äußern möchte, aber eine Pressemitteilung zum Hinz & Kunzt-Spiel veröffentlicht, in der klare Worte gesprochen werden. Ließ sich Farbflut hier durch die Aussage, Pennergame schüre Vorurteile gegenüber Obdachlose, während Hinz & Kunzt’s Spiel Aufklärungscharakter habe, zu einem Statement provozieren? Oder möchte Farbflut einem kleineren Wettbewerber gegenüber seine Stellung im Markt verdeutlichen, während man um das große Unternehmen Bigpoint lieber einen Bogen macht? Etwas mehr Konsequenz wäre auf jeden Fall wünschenswert.

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