OpenSocial-Konzept bei VZ-Netzwerken eingeführt

Logo von VZNetzwerke LtdFacebook macht es vor. Die Nutzer des Social Networks können auf Tausende von Apps zurückgreifen, was das Netzwerk inzwischen sehr attraktiv für Entwickler - gerade auch im Gaming-Bereich - gemacht hat. Nun zieht die VZ-Gruppe nach. Seit Montag ist es jetzt auch bei SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ möglich, Apps einzustellen und diese zu nutzen. So können die über 15,7 Millionen User der VZ-Netzwerke während ihrer Zeit auf den Webseiten Applikationen wie etwa Social Games aufrufen. Einer der ersten Anbieter ist die wooga GmbH, welche bereits auf Facebook mit ihrem Spiel Brain Buddies große Erfolge feiert. Das Gehirntraining steht jetzt auch den VZ-Benutzern zur Verfügung. Karaoke-Freunde nutzen Mikestar und auch Plinga ist mit FunCards und Turtle Squad vertreten. Aber auch Apps wie pizza.de, stern.de oder Spendino führen die User in die Welt der Dienstleistungen und Finanzen, spickmich lässt Schüler ihre Lehrer bewerten und Steereo richtet sich an Musikliebhaber.  Solche Apps steigern die Verweildauer der User im Netzwerk, was die VZ-Webseiten für Werbekunden attraktiver macht.

Entwickler haben die Möglichkeit, ihre selbst geschriebenen Apps beim VZ-Netzwerk zur Prüfung einzureichen. Nach eingehender Qualitätskontrolle wird das Programm schließlich freigeschaltet und ist so für alle VZ-Nutzer frei und (derzeit noch) kostenlos zugänglich. Die Qualitätskontrolle möchte aber auch sicherstellen, dass SchülerVZ,  StudiVZ und MeinVZ nicht durch eine Welle von Applikationen mit fraglichem Nutzen überschwemmt wird. Daher will man besonders intensiv sortieren, was dazu führt, dass nur wenige, ausgewählte und wirklich herausragende Applikationen ihren Weg in die VZ-Netzwerke schaffen. Für Entwickler, die ihre Applikationen bei SchülerVZ,  StudiVZ und MeinVZ anbieten wollen, ist nicht nur die sehr große Usergruppe interessant, auch die Vermarktung wird vom Netzwerk übernommen. Geld für ihre Applikationen erhalten die Entwickler keines, sie werden aber über ein Umsatzbeteiligungsmodell an den Werbeeinnahmen beteiligt. 70% erhalten die Entwickler, 30% behält das VZ-Netzwerk ein.

Besonderes interessant ist zudem das Visitenkarten-Konzept. Für jede Applikation können User eine dieser Karten erstellen, auf der sie festlegen, welche Informationen übermittelt werden. So soll der Datenschutz gewährleistet bleiben. Die Benutzer behalten die Kontrolle über ihre Daten und müssen nichts preisgeben, was sie nicht wollen. Laut Angaben von VZNetzwerke Ltd CEO Markus Berger-de León sollen die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden und sind auch jederzeit löschbar.

Ob die VZ-Netzwerke Facebook nun allerdings den Rang ablaufen können, ist höchst fraglich. Facebook hat einen enormen Vorsprung und eine treue Nutzerbasis. Trotzdem ist der Schritt in Richtung OpenSocial richtig und die VZ-Netzwerke werden mit Sicherheit von den Apps profitieren. Bereits für das nächste Jahr ist die Einführung von Bezahlcontent und der Verkauf virtueller Güter geplant. Im zweiten Quartal will man Entwicklern eine Software zur Verfügung stellen, über die sie sichere Bezahlvorgänge in ihre Applikationen integrieren können. Die VZ-Netzwerke sind anschließend an den Einnahmen beteiligt. Wie sich dies weiterentwickelt und wie die Nutzer darauf reagieren, ist noch nicht abzusehen.

3 Kommentare zu “OpenSocial-Konzept bei VZ-Netzwerken eingeführt”

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