Neuer, branchenfremder CMO bei Bigpoint

Der neue Chief Marketing Officer des Browsergamesanbieters Bigpoint heißt Lothar Eckstein. Die im Unternehmen neu geschaffenen Aufgaben des 46jährigen werden sein, sich um die Entwicklung der internationalen Marketingstrategie, die Medienpartnerschaften und die Brandawareness zu kümmern. Bis Ende 2001 war Eckstein Vorstand von Interactive Media, einer Tochter des Axel Springer Verlags. Als Gründungsgeschäftsführer von Amazon Deutschland trat er 1998 bis 1999 auf. Zudem war er Mitgründer und COO der Kirch New Media, dem Vorgänger von Maxdome. Von 2002 bis 2009 gab er die Fashion- und Lifestylemagazine “Sleek” und “Qvest” heraus.

lothar-ecksteinEckstein: „Die Online-Gamesbranche ist ein super spannender Markt. Im gesamten Entertainmentsektor ist das der am stärksten wachsende Bereich. Ich freue mich sehr darauf, das international so erfolgreiche Marketing- und Businessdevolpment Team von Bigpoint als CMO leiten zu dürfen.“

“Mit Lothar Eckstein haben wir einen exzellenten Medienprofi für unser Unternehmen gewinnen können”, so Heiko Hubertz, CEO Bigpoint GmbH. “Mit seinen langjährigen und vielfältigen Erfahrungen im Verlagswesen, im TV-Bereich und im Internetsektor, und seinem leidenschaftlichen Unternehmergeist ist er der ideale CMO für Bigpoint.”

Da in seinem Portfolio nirgends ein Zusammenhang mit der Games Industrie auftaucht, stellt sich hier die Frage, wie gut es für ein Unternehmen wie Bigpoint ist - das sich ganz auf den Browser- und Free-to-Play-Markt konzentriert - einen CMO zu beschäftigen, der offenbar nicht so tief in diesem Bereich verwurzelt ist.

Lothar Eckstein ist bereits die zweite brachenfremde Führungskraft, welche sich Bipoint an Bord holt. Mit Simon Guild stellte das Unternehmen den ehemaligen CEO von MTV Networks Europe ein, der bis 2006 für die europaweite Expansion von MTV, Nickelodeon und Comedy Central verantwortlich zeichnete. Bei Bigpoint ist Guild nun als Board Advisor tätig und berät die Spieleentwickler und Publisher beim internationalen Ausbau.

Ist es besser, jemanden in einer Führungsposition zu beschäftigen, der weitreichende Erfahrungen im Online Games-Bereich vorweisen kann? Vorteile liegen auf der Hand, durch Kenntnisse des Marktes oder etwa den Bedürfnissen und Vorlieben von Spielern und der Spiele an sich. Und große Namen von Personen, die zuvor in bekannten Unternehmen tätig waren, lassen vielleicht das Profil der Firma etwas glanzvoller erscheinen, weisen aber nicht auf Erfahrungen in den nötigen Gebieten hin.

Andererseits könnten Marketingkenntnisse aus anderen Bereichen auch neue Möglichkeiten in der Games-Branche eröffnen, wodurch Synergieffekte erzielt werden könnten. Außerdem ermöglichen sie unter Umtänden einen ungetrübten Blick auf dieses Business. Fachfremde Personen für Führungspositionen einzustellen ist allerdings auch in anderen Branchen, wie etwa der Bau- oder Strombranche nicht unüblich. Meist erhofft man sich, auf diese Weise „frischen Wind“ in das Unternehmen zu bringen.

Manch andere Firma mag dies jedoch kritisch sehen, denn der Einstieg von fachfremdem Personal stellt meist ein weiteres Zeichen dafür dar, dass sich einige Firmen von kleinen Innovatoren in Konzerne verwandeln – beziehungsweise in Sparten noch weitaus größerer Konzerne. Die Gefahr dabei ist, dass für diese Manager allein der Profit im Vordergrund steht und die Spiele - oder sollte man jetzt lieber von „Produkten“ sprechen? – in den Hintergrund treten und leidenschaftslos und ohne Seele entwickelt werden. Was dann langfristig auch dem Unternehmen schadet, insbesondere aber den Spielern und dem Ansehen der Branche.

Letztendes muss man allerdings abwarten, wie sich die Entscheidung von Bigpoint, einen brachenfremden CMO einzusetzen, auf die Produktpalette auswirkt. Eine positive Überraschung ist schließlich nicht auszuschließen.

Ein Kommentar zu “Neuer, branchenfremder CMO bei Bigpoint”

  1. pligg.com

    GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business - Part 11…

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