Kommt die Alterseinstufung für Browsergames?
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, USK, prüft in Deutschland Computerspiele etwa auf Gewaltinhalte und vergibt entsprechend ein Siegel als Alterseinstufung. Ein System, das bis jetzt sehr gut funktioniert. Allerdings prüfte die USK bisher nur Retail-Games, kostenlose Spiele und Browsergames blieben außen vor. Aufgrund der Reform des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags will die USK ihr System der Altersfreigaben nun erweitern und darunter sollen sowohl das Internet als auch Onlinespiele fallen.
Dass eine Sichtung und Prüfung aller im Internet vorhandenen Spiele nicht einfach werden dürfte, ist sich auch USK-Geschäftsführer Olaf Wolters bewusst. Daher wird mit einem System zur Selbstklassifizierung geliebäugelt. Anhand von vorher bestimmter Kriterien sollen die Anbieter etwa von Browsergames einen Fragebogen ausfüllen, anhand dessen ein Siegel und damit eine Alterseinstufung ihrer Spiele vergeben wird - ähnlich, wie dies beim europäischen PEGI-System der Fall ist.
GameBizz hat mit einigen Vertretern aus der Industrie gesprochen und ihre Meinung zum geplanten System erfragt. Jan Beuck, Geschäftsführer von Playa Games meint: “Wir begrüßen die Ideen der USK und hoffen, dass ihr System das einzige staatlich anerkannte werden wird, damit für die Spieler Klarheit herrscht und ein Vergleich mit klassischen Spielen möglich ist.”
Christian Kühl von Virtual Playgrounds: “Wir von Virtual Playgrounds haben für unser Browsergame The Chase bislang die Umsetzung einer Selbstklassifizierung in Zusammenarbeit mit dem Family Online Safety Institute (FOSI) und deren System ICRA vorgesehen, weshalb wir es grundsätzlich begrüßen, dass bald auch in unserem Land eine solche Möglichkeit zur Kennzeichnung angeboten werden soll. Ob und inwiefern es sich auf Onlinespiele auswirken wird bleibt abzuwarten. Allzu große Einschnitte oder extra entwickelte Anpassungen an ein Spiel um eine bestimmte Alterskennzeichnung zu erreichen würde ich in naher Zukunft in unserer Branche nicht erwarten.”
Dass ein solches System zur Alterseinstufung von Onlinegames wichtig ist, sollte unbestritten sein. Jedoch ist es mit einem erheblichen Aufwand verbunden und man muss sich auf die Ehrlichkeit der Unternehmen verlassen, sollte ein Selbstklassifizierungssytem eingeführt werden. Bis dies jedoch soweit ist, werden laut Olaf Wolters noch etwa zwei Jahre ins Land ziehen, da es vor allem im Bereich der Browsergames noch Klärungsbedarf über die Zuständigkeiten in diesem Bereich gibt. Und wie die Sache schließlich mit Social Games auf sozialen Netzwerken aussieht, ist ebenfalls noch offen.

am 17. June 2010 um 14:30 Uhr.
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