Klaas Kersting verlässt Gameforge

logoDie Nachricht kam überraschend: CEO und Gründer der Gameforge AG Klaas Kersting verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Allerdings wird er der neuen Firmenspitze - die sich nun aus Gründer und CTO Alexander Rösner und CFO Christoph Jennen zusammensetzt - weiterhin beratend zur Seite stehen. Das Unternehmen trennt sich freundschaftlich und in gegenseitigem Einvernehmen von Klaas Kersting, trotz gegenteiliger Spekulationen von Brancheninsidern, da der ehemalige CEO als Einzelperson in der Szene aneckte, was wiederum auf Gameforge zurückfiel - etwa beim Travian-Vorfall, einem Rechtsstreit zwischen Travian Games und Gameforge, bei dem es um die offenbar unrechtmäßige Nutzung von Teilen der Travian Datenbank für das Spiel Wild Guns geht. Laut der Pressemitteilung von Gameforge will sich Klaas Kersting nun neuen Herausforderungen stellen. Mehr ließen weder Gameforge noch Kersting bis zum jetzigen Zeitpunkt verlauten. Im Oktober 2009 führte GameBizz noch ein Video-Interview mit Klaas Kersting, in welchem er über die Gründung und Konkurrenz des Unternehmens sprach.

Gameforge wurde 2003 von Klaas Kersting und Alexander Rösner als GmbH in Karlsruhe gegründet, 2006 erfolgte die Firmierung als AG. Beide Gründer erhielten 2008 die Auszeichnung Entrepreneur des Jahres 2008, während das Unternehmen den Red Herring 100 Europe Award im selben Jahr gewann. Im Februar wurde die Gameforge AG als Deutschlands bester Arbeitgeber 2010 des Great Place to Work Institute ausgezeichnet und gehört somit zu den 100 besten Arbeitgebern des Landes. Das bisher erfolgreichste Spiel der Gameforge AG ist das Browserspiel OGame, welches von Alexander Rösner entwickelt wurde. Die Gameforge AG ist mit fast 90 Millionen Usern der größte Anbieter von Onlinegames in der westlichen Hemisphäre und gehört mit über 100 Millionen Euro digitalem Umsatz zu den erfolgreichsten Internetunternehmen aus Deutschland.

GameBizz hat sich mit Klaas Kersting in Verbindung gesetzt und wird in der nächsten Woche ein Interview mit ihm führen, welches vielleicht nähere Informationen zu seinem Weggang und seinen zukünftigen Plänen zutage fördert.

14 Kommentare zu “Klaas Kersting verlässt Gameforge”

  1. Kolja

    “Trotz Schattenseiten des sehr erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Free2Play-Spiele-Unternehmens - wie des Travian-Vorfalls, bei dem Quellcodeteile des Strategiespiels von Travian Games für Gameforges eigenes Browsergame Wild Guns genutzt wurden - verlief die Trennung freundschaftlich und in gegenseitigem Einvernehmen.”

    Was hat das denn mit seinem Weggang zu tun? Wenn es nichts damit zu tun hat solle man es nicht im Zusammenhang nennen…

    LG

  2. Tuliad

    Ob der Weggang wirklich so freundschaftlich war, darf bezweifelt werden:
    Normalerweise würde man sowas doch nicht am Freitagnachmittag mit sofortiger Wirkung machen. Professionell wäre ein Abgang zum Monatswechsel, bzw ein sanfter Übergang, bis der neue CEO sich etabliert hat. Und auch die Pressemitteilung klingt doch arg unpersönlich. Bei einem freundlichen Weggang hätte ich jeweils ein Zitat in wörtlicher Rede von Kersting und eins von Rösner erwartet, in dem man sich gegenseitig für die gute Zusammearbeit bedankt und dem anderen viel Erfolg für die Zukunft wünscht.
    So wie jetzt wirkt das ganze doch sehr übereilt und klingt für mich nach großem Ärger. Wenn Gameforge jetzt börsennotiert wäre, dürfte das auf jeden Fall ziemlich heftige Kursauswirkungen gehabt haben…

  3. Ray

    Das Klaas Kersting Gameforge, sein Lebenswerk, nicht vor einem Verkauf oder Börsengang aus heiterem Himmel verlassen wird um sich “neuen Herausforderungen” zu stellen dürfte doch wohl jedem klar sein. Das laufende Verfahren gegen ihn (es drohen angeblich 2 Jahre Haft auf Bewährung) dürfte daher wohl der wahre Grund für sein Ausscheiden sein. Ich vermute, dass er für die Investoren und Alexander Rösner einfach untragbar geworden ist.

  4. Bergtroll

    Wenn man es genau nimmt, ist Metin2 das aktuell erfolgreichste Spiel von Gameforge. Es ist nicht von ihnen Entwickelt, aber für Gameforge das erfolgreichste. Ogame ist das erfolgreichste Spiel, dass von Gameforge entwickelt wurde - kommt aber bei weitem nicht an Metin2 ran (von einem koreanischen Entwickler)

  5. Daniel

    “Das laufende Verfahren gegen ihn [...]“?

  6. Klaas Kersting geht | Gamers-Corner Browsergames News

    [...] als neuer Arbeitgeber in Frage kommt. Auch zur Trennung gibt es einige Gerüchte, so schreibt Gamebizz, dass eventuell Rechtsstreitigkeiten mit der Konkurrenz die schnelle Trennung verursacht haben [...]

  7. Pfeffersack

    Was denn für ein Verfahren?

    Wie dem auch sei - diese Browsergames Branche ist mir suspekt und rangiert in der Wertigkeit gleich hinter Social Games und der Klingelton Mafia. Ich habe selbst erlebt wie der feine Herr seine eigenen Leute abzockt, insofern finde ich den Vorgang sehr amüsant.

  8. Lidim

    Tja, der Gameforge Zug rollt.

    Vor Hindernissen, oder gar persönlichen Schicksalen, hat er nach meiner ganz perönlichen Erfahrung noch nie halt gemacht. Das es nun den Gründer selbst getroffen hat, empfinde ich eigenartiger Weise sogar als bedauerlich. Aber so ist das wohl unter einem Rudel von Wölfen. Passt man nicht auf, wird man gefressen.

    Und auch wenn Klaas kein CEO mehr ist, verliert er ja nicht seine Anteile.

  9. Loin

    @Ray: Wieso drohen dem Klaas zwei Jahre Haft auf Bewährung? Woher hast du diese Informationen? Würde mich sehr interessieren.

  10. Lidim

    Bei dem laufenden Verfahren geht es darum, dass von dem Spiel “Travian”, Daten unrechtmäßig genutzt wurden, um das Spiel “Wild Guns” zu produzieren.

    [...einem Rechtsstreit zwischen Travian Games und Gameforge, bei dem es um die offenbar unrechtmäßige Nutzung von Teilen des Travian Quellcodes für das Spiel Wild Guns geht... ]

    Die Berichterstattung ist hier nicht ganz richtig. Es geht um die Datenbanknutzung und nicht um Quellcode.

  11. Social Gaming aus Deutschland | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business

    [...] Das in Karlsruhe ansässige und 2003 von Klaas Kersting und Alexander Rösner gegründete Unternehmen ist mit fast 90 Millionen Usern der größte Anbieter von Onlinegames in der westlichen Hemisphäre und vertreibt Free2Play-Games wie OGame, 4Story und Metin 2. Auf Facebook erfreuen sich User aber auch am Spiel Couchpotatoes. Am 19. März verließ Gründer und CEO Klaas Kersting überraschend das Unternehmen. [...]

  12. Ray

    @Lidim: Was soll denn “Datenbanknutzung” sein? MySQL darf doch wohl jeder benutzen… ;-)

    Ich habe jetzt erfahren, dass wohl nicht der Rechtsstreit mit Travian Games der Hauptgrund ist, sondern ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung! Insgesamt soll es fünf offene Verfahren gegen Klaas Kersting geben. Meine Informationen habe ich von Insidern die nicht genannt werden möchten, da sie in diese laufenden Verfahren verstrickt sind. Aber wenn nur ein Bruchteil davon wahr ist - und davon gehe ich aus - dann ist es kein Wunder, dass er als CEO nicht mehr geeignet erschien…

  13. Klaas Kersting zurück bei Gameforge | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business

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    [...] werden, da es dem Unternehmen laut Geschäftsführer Heiko Hubertz sehr gut geht. Nach dem überraschenden Weggang von Gameforge-Gründer Klaas Kersting ist dies eine weitere unerwartete Neuigkeit im deutschen [...]

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