Kauft Microsoft Social Games-Entwickler CrowdStar?

crowdstarDass der Social Games-Markt derzeit heiß begehrt ist, zeigt nicht nur der Kauf von Playfish durch Electronic Arts für $ 400 Millionen im November letzten Jahres. Finanzspritzen in Millionenhöhe etwa für wooga unterstreichen die Wichtigkeit des Markts. Kein Wunder, möchten die großen Spielepublisher hier ebenfalls mitmischen. Nun hat auch Microsoft ein Auge auf Socialgaming geworfen und plant derzeit offenbar, Facebook-Spiele-Entwickler CrowdStar zu kaufen.

Ob der Deal allerdings zustande kommt, steht noch in den Sternen. Schätzungen zufolge soll CrowdStar derzeit um die $ 200 Millionen wert sein. Kein Vergleich zu den $ 400 Millionen von Playfish aber trotzdem eine stolze Summe. CrowdStar, deren Facebook-Spiel Happy Aquarium monatlich über 26 Millionen aktive Nutzer aufweist und die mit über 50 Millionen Usern bei allen Apps den Rang des viertgrößten Anbieters von Social Games auf dem Netzwerk einnehmen, könnte sich allerdings auch dazu entschließen, durch eine private Finanzierung unabhängig zu bleiben. Offizielle Statements von CrowdStar und Microsoft stehen bis zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. Ein Kauf wäre für beide Parteien aber sicher von Vorteil. Nicht nur wäre Microsoft auf Facebook vertreten, CrowdStar könnte auf viele Marken und Produkte von Microsoft zurückgreifen und daraus neue Spiele erstellen oder auch beispielsweise das XBox Live-Netzwerk zur Verbreitung der Spiele nutzen.

In den nächsten Wochen werden wir sicher mehr erfahren. Doch bereits jetzt gibt es Stimmen hierzu aus dem Socialgaming-Bereich. Woogas CEO Jens Begemann etwa meinte GameBizz gegenüber: “Das Interesse von Microsoft an CrowdStar, der Kauf von Playfish durch EA und die Gerüchte um einen Börsengang von Zynga und Playdom zeigen, dass Social Games die Zukunft der Spieleindustrie sind. Die etablierten Spiele-Anbieter wissen, dass die Entwicklung, der Betrieb und die (virale) Verbreitung von Social Games völlig anders funktionieren als die gewohnten PC/Konsolenspiele, denn Spiele sind jetzt Services und keine Produkte mehr. Sie realisieren, dass sie das entsprechende Know-How nicht haben und mit der Geschwindigkeit und Innovationskraft der Social Games Start-Ups nicht mithalten können und Kaufen sich diese Kompetenz deshalb zu. Ich bin gespannt wann diese Konsolidierungswelle in den USA auch Europa erreicht.”

Auch Henning Kosmack, CEO der MegaZebra GmbH meint zu den Entwicklungen des Socialgaming Markts: “Jetzt kommt die Zeit der Qualität auf Facebook. Die letzten Übernahmen zeigen, dass der Wert eines Users zwar stetigt steigt, aber zunehmend wird auch die Qualität wichtig. Eine Social Gaming Firma ist dann attraktiv, wenn sie stark ist in Märkten mit hohen ARPUs, schon item-selling hat und Spiele produziert, mit guter Stickiness. Firmen mit “Haifisch-Charts” (schnell hoch, dann aber wieder runter), das reichte vielleicht in 2009, aber nicht mehr in 2010.”

Der Social Gaming-Markt entwickelt sich derzeit sehr rasant. Zynga etwa erwarb erst Mitte Februar Serious Business für eine nicht genannte Summe. Dieser Kauf hatte strategische Gründe, da Serious Business ebenfalls in San Francisco ansässig ist und die Produkte, etwa Friends for Sale, das Portfolio von Zynga erweitern - ähnlich verhielt es sich bei Zyngas Kauf von MyMiniLife im August vergangenen Jahres, um deren Technologien zu nutzen. Auch Electronic Arts plant, nach dem Kauf von Playfish weitere Socialgaming-Unternehmen zu erwerben, wie EA Sports Peter Moore Ende Januar erklärte. Auf der anderen Seite jedoch gibt es auch etwa THQ. CEO Brian Farrell ist der Meinung, dass es nicht nötig sei, in ein Socialgaming-Unternehmen zu investieren, um auf diesem Markt erfolgreich zu sein. THQ entwickelt derzeit selbst drei Facebook-Spiele. Welcher Weg der richtige ist, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Einen guten Start bei den Social Games haben Unternehmen, die sich  entsprechende erfahrene Entwickler einverleiben allemal. Ob die Preise dafür jedoch gerechtfertigt sind, sei dahingestellt. Jedoch scheinen sich die Strukturen zwischen Retail-Spielen und Social Games sehr zu unterscheiden. Ein Unternehmen wie THQ wird stark umdenken müssen, um ohne Hilfe eines auf dem Gebiet Social Gaming erfahrenen Unternehmens Erfolg zu haben.

Ein Kommentar zu “Kauft Microsoft Social Games-Entwickler CrowdStar?”

  1. Kauft Microsoft Social Games-Entwickler CrowdStar? - Update: Verhandlungen abgebrochen | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business

    [...] Kauft Microsoft Social Games-Entwickler CrowdStar? - Update: Verhandlungen abgebrochen [...]

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