Interview mit Stefan Lemper von Club Cooee

cooee_logoDie in Kaiserslautern ansässige Cooee GmbH, gegründet 2008 von den ehemaligen Massive Development (Schleichfahrt, Aquanox) -Gründern Alexander Jorias und Ingo Frick, bietet mit ihrem 3D-Chat eine erweiterte Form des Instant Messagings an und verbindet den Kontakt und die Interaktion mit Freunden durch Social Networking-Features und Musik, Videos und Spiele oder einen stylbaren Avatar. Wir haben mit Geschäftsführer Stefan Lemper über den 3D-Chat, Club Cooee und die Förderung durch Microsoft im Rahmen des BizSpark One-Programms gesprochen.

GameBizz: Was hebt den Instant Messenger von Club Cooee von anderen Instant Messengern ab? Worin besteht der Mehrwert für den User?

Stefan Lemper: Wenn man sich mit Freunden trifft, dann zieht man sein Lieblings-Outfit an, stylt sich auf  und trifft sich entweder Zuhause oder z.B. in einem Club, der einem gefällt. Genau das können unsere User auch virtuell in unserem 3D Chat Club Cooee tun. Zudem stehen das Kennenlernen neuer Leute sowie Games und der Konsum von Social Media wie Musik, Bilder und Videos als Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund, was mit klassischen Instant Messengern wenn überhaupt nur sehr schwerlich möglich  ist. Statt also über eine anonyme Textbox miteinander Textnachrichten auszutauschen, bietet Club Cooee eine einfach zu nutzende 3D Umgebung, in der die Nutzer mit ihrem individuell erstellten Avataren visuell ihren persönlichen Stil zum Ausdruck bringen. Zahlreiche Animationen wie Freude, Flirten, Tanzen oder Jubel transportieren nonverbal die Stimmung und erlauben zusätzliche Interaktion. Freunde oder Gäste können in den selbsterstellten 3D Wohnzimmern zum gemeinsamen Anschauen von YouTube Videos, Clubräumen zum Party machen zur eigenen Lieblingsmusik oder anderen Kreationen wie Beauty Farms, Jahrmärkten oder Kinos eingeladen werden. Der Kreativität sind in unserem System keine Grenzen gesetzt, so dass einige User aus über tausend einzelnen Gegenständen ganze Bauwerke in Club Cooee erschaffen. Das alles findet nicht irgendwo im Internet oder in einem Windowsfenster statt, sondern ist auf neuartige Art und Weise direkt in den heimischen Desktop eingebettet. Abgerundet wird der Club durch eine umfangreiche Live Community mit zusätzlichen Informationen über die User, die Räume und Events sowie Community Funktionen wie Pinnwände, Blogs und Events. Als kleine Anwendung von 3MB läuft unser 3D Chat wie bei einem normalen Messenger den ganzen Tag im Hintergrund, so dass die User jederzeit mit ihren Freunden verbunden sind, und anders als bei Webanwendungen in realtime über aktuell stattfindende Aktivitäten ihres Netzwerkes oder Events infomiert werden. 

GameBizz: Liegt der Sinn eines Instant-Messengers nicht darin, schnell und nebenbei mit einer/mehreren Personen reden zu können? ICQ und andere Messenger werden ja etwa auch in Unternehmen zur Kommunikation innerhalb der Belegschaft genutzt. Ist eine 3D-Grafikkomponente hier nicht “zu viel des Guten”?

Stefan Lemper: Der 3D Messenger von Club Cooee richtet sich nicht an Geschäftskunden, obwohl wir auch schon viele Anfragen bekommen haben, unsere Kombination aus 3D Umgebung, Multichat, persistenten Profilinformationen und Multimediafunktionen für Unternehmenszwecke zu nutzen. Wir richten uns an Consumer und bieten ein Produkt, das das Beste aus Instant Messenging, Community und virtueller Welt intelligent miteinander verbindet.

GameBizz: Wie monetarisiert Club Cooee?

Stefan Lemper: Wir verfolgen bei Club Cooee einen “Freemium” Ansatz. Das heißt, dass Club Cooee grundsätzlich vollkommen kostenlos genutzt werden kann. Die Nutzer erhalten bei der Anmeldung sogenannte Cooee Points, mit denen sie ihren Avatar und ihre Räume gestalten können. Weitere Cooee Points können auf verschiedene Art verdient oder in Spielen gewonnen werden. User die ganz besondere virtuelle Gegenstände haben möchten, können diese über Micropayments erwerben.

GameBizz: Club Cooee wird von Microsoft im Rahmen von BizSpark One als Start-up-Unternehmen gefördert. Wie kam dazu und wie sieht diese Förderung aus?

Stefan Lemper: Wir werden schon seit über einem Jahr von der “unternimm was”-Initiative von Microsoft Deutschland gefördert. Das Team dort hat uns Ende letzten Jahres für das globale BizSpark One Programm nominiert. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir als eines von zwei Deutschen und von ca. 100 Unternehmen weltweit von Microsoft für dieses Programm ausgewählt wurden. Zusätzlich zu dem “unternimm was”-Team haben wir nun einen dezidierten Betreuer in der Zentrale in Redmond. Auf Grundlage eines gemeinsam abgestimmten Planes werden wir neben technischem Support intensiv mit wertvollen Kontakten und bei PR Maßnahmen unterstützt.

GameBizz: Wie sieht die Zukunft von Club Cooee aus? Wie wird sich der Messenger entwickeln und wie sieht es mit Plänen für weitere Internationalisierung aus?

Stefan Lemper:  Mit Usern aus über 200 Ländern ist Club Cooee bereits sehr international. Da wir aktuell nur Sprachversionen in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch anbieten, unterstreicht dieser Erfolg, die kulturübergreifende Akzeptanz und die einfache intuitive Nutzbarkeit von Club Cooee. Wir arbeiten derzeit daran, mit Partnern die Internationalisierung in bestimmten Kernmärkten zu intensivieren. In Bezug auf die Weiterentwicklung werden wir weitere Gamingmöglichkeiten integrieren, wobei wir von der langjährigen Erfahrung der Gründer als 3D Spieleentwickler profitieren. Zudem werden wir unser Produkt enger mit Social Networks verzahnen. So können unsere User bereits heute schon im Beta-Test aus Club Cooee heraus mit Ihren Facebook Freunden chatten.

Über Stefan Lemper:

lemper_club-cooeeStefan Lemper ist als Geschäftsführer der cooee GmbH für die Bereiche Business Development, Marketing und  Finanzen zuständig. Zuvor war er Geschäftsführer der Venture Capital Gesellschaft Aurelia Private Equity, wo er die Beteiligungen im Bereich Internet, neue Medien und Software verantwortete. Vor dieser Zeit war er als Investment Manager bei der TFG Venture Capital tätig, nachdem er als Mitgründer eines Softwareunternehmens die Bereiche Finanzen und Business Development leitete. Seine berufliche Laufbahn begann er nach dem BWL Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Unternehmensberater bei PriceWaterhouseCoopers, wo sein sein Schwerpunkt auf strategischen und operativen Projekten im Technologieumfeld lag.

Ein Kommentar zu “Interview mit Stefan Lemper von Club Cooee”

  1. Rofl

    Na klar 200 Länder. Lach.
    Ein Blick in Alexa zeigt: 40% der User kommen aus Indonesien, 10% aus Ägypten, 8% aus Algerien. Macht zusammen schon 58%. Wer so billig Traffic einkauft (kann man auch schön an der Steigung der Kurve erkennen) macht bestimmt richtig doll Kohle und ist bald am Break Even.

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