Interview mit Patrick Streppel, Vorstand der gamigo AG

gamigogames_logoMit Jade Tales startet die gamigo AG einen Vorstoß in den Bereich der Social Games auf Facebook. Wir haben uns mit Vorstand Patrick Streppel in Verbindung gesetzt und ein Interview mit ihm geführt. Wir sprachen über die eventuellen Vorteile, die ein Unternehmen mit Erfahrung im Free2Play-Breich auf dem Markt der Social Games hat, die Monetarisierung des Spiels, seine Meinung zu Facebooks virtueller Währung Facebooks Credits und seiner Sicht der Zukunft der Social Games.

GameBizz: Mit Jade Tales steigt gamigo in den Markt der Social Games ein. Wie wird sich das Spiel bei der Fülle an Games auf Facebook hervorheben und die Spieler für sich gewinnen?

Patrick Streppel: Jade Tales ist für uns der erste Schritt, um auf Facebook Spieler zu gewinnen - sowohl solche, die bereits unsere anderen MMOGs spielen als auch Frische Gesichter. Das Spiel hat hochwertige Grafiken, ist sehr einfach zu verstehen und bietet doch lang anhaltenden Spielspass durch die Konkurrenz mit anderen Spielern und insbesondere Freunden. Crafty Studios, der Entwickler von Jade Tales, hat mit diesem Genre ja schon sehr viel Erfahrung gesammelt und erweitert das Spiel nahezu täglich.

GameBizz: gamigo hat bereits sehr viel Erfahrung im Bereich Free2Play-Games. Ist dies ein großer Vorteil gegenüber Start-up-Unternehmen oder unterscheidet sich dieser Markt im Social Gaming zu sehr von dem “herkömmlicher” Free2Play-Spiele?

Patrick Streppel: Social Games und “klassische” MMOGs unterscheiden sich schon sehr von einander, jedoch benötigt man für den Erfolg auf Facebook v.a. schnell eine kritische Masse an Spielern. Hier glauben wir, durch unsere finanziellen Ressourcen sowie v.a. die aktive Community in unseren anderen Spielern einen kleinen Vorteil zu haben, wenngleich wir auch nicht die Größe von Playfish, Zynga etc. auf dieser Plattform erreichen werden.

GameBizz: Wie wird das Social Game (und evtl. auch weitere) monetarisieren?

Patrick Streppel: Wir verkaufen grundsätzlich ähnliche Items wie bei unseren anderen Free-to-Play MMOGs, arbeiten jedoch v.a. an der Vereinfachung des Zahlungsvorgangs. Die Facebook-Currency wird hier sicher v.a. für Erstkäufer die Barrieren senken.

GameBizz: Facebook “belohnt” Unternehmen, die sich am Facebook-eigenen Währungssystem Facebook Credits beteiligen etwa dadurch, dass Spiele dieser Unternehmen im Dashboard gefeatured werden. Wie steht gamigo zu diesem Verfahren?

Patrick Streppel: Wir haben hier noch keine abschließende Entscheidung getroffen, sehen Facebook Credits aber aufgrund der oben sowie von Ihnen genannten Gründe als wichtigen Baustein an. Auf die genaue Implementierung müssen wir jedoch noch warten, hier lauern sicher noch Fallstricke - nicht nur bei den Konditionen.

GameBizz: Wie sehen Sie die Zukunft des Free2Play-Marktes? Wird Social Gaming hier noch wesentlich mehr an Relevanz gewinnen oder liegt der Fokus auch weiterhin auf Client-basierten und Browser-Games?

Patrick Streppel: Für gamigo liegt der Fokus auch mittelfristig auf klassischen Client- und Browsergames, die Core-Gamer ansprechen - welche Plattform diese verwenden, ist dabei zunächst zweitrangig. In Facebook und anderen Social Networks tummelt sich ein Großteil unserer Zielgruppe, somit werden wir dort präsent sein, Social Games sehen wir derzeit aber eher als Hype, der durch wenige herausragende Erfolge entstanden ist. Faktisch machen diese aber zusammen genommen nur einen kleinen Teil des Branchen-Umsatzes und die Restriktionen innerhalb der Netzwerke sowie die Reaktanz der User werden die Erfolgswahrscheinlichkeit von neuen Titeln verringern. So sind reine Facebook-Spiele von uns nur in geringem Umfang geplant, wir werden vielmehr versuchen, unsere Titel auf möglichst vielen Plattformen zu starten. Dass eine Einfalltür Facebook ist, daran habe ich keinen Zweifel, nur wird Facebook für uns nicht der primäre Veranstaltungsort sein.

Über Patrick Streppel:

streppel-2Patrick Streppel ist seit September 2008 Vorstandsmitglied bei gamigo. In seiner Funktion leitet er schwerpunkthaft die Bereiche Marketing, Product Management und Business Development, für die er bereits seit Juni 2007 kommissarisch tätig war. Zuvor betreute er die gamigo AG als Projektmanager im Geschäftsbereich elektronische Medien der Axel Springer AG. Streppel ist zudem als freier Dozent an der Business and Information Technology School (BiTS) tätig.

2 Kommentare zu “Interview mit Patrick Streppel, Vorstand der gamigo AG”

  1. Tweets die Interview mit Patrick Streppel, CMO der gamigo AG | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business erwähnt -- Topsy.com

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von GameBizz, GameBizz erwähnt. GameBizz sagte: GameBizz-Artikel: Interview mit Patrick Streppel, Vorstand der gamigo AG: http://bit.ly/9AyrJf [...]

  2. Social Gaming aus Deutschland | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business

    [...] Die gamigo AG aus Hamburg ist ein neuer Mitspieler im Bereich der Social Games. Bisher machte sich das Unternehmen mit Free2Play-MMOs wie Pirate Galaxy, Regnum und Fiesta Online einen Namen, stieg nun aber im Februar mit Jade Tales in den Bereich der Social Games ein, über welches GameBizz mit Vorstand Patrick Streppel sprach. [...]

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