Interview mit Marlon Werkhausen von GAN, Game Ad Net

gan_logoDer Markt der Werbung bei Onlinespielen ist ein interessantes Thema und wurde maßgeblich vom Aufkommen der Casual- und Social Games beeinflusst. GAN, Game Ad Net befasst sich mit diesem Markt, weshalb wir Gründer und Geschäftsführer Marlon Werkhausen zum Interview gebeten haben. Darin erzählt er von seinem Unternehmen, der Anpassung der Werbung an den Casual- und Social Gaming-Bereich und die Akzeptanz von Werbung bei den Usern.

GameBizz: Was genau bietet GAN den Unternehmen im Onlinegames-Bereich?

Marlon Werkhausen: GAN Game Ad Net ist Spezialist für Vermarktung und Kommunikation im Gaming-Umfeld. Dabei sind wir Bindeglied zwischen der werbetreibenden Industrie und Betreibern digitaler Gaming-Angebote. Durch die Partnerschaft mit führenden Gaming-Portalen, erfolgreichen Browsergames und Casual Games haben wir aktuell Zugriff auf eine Reichweite von weltweit über 35 Millionen Unique User pro Monat. Zu unseren Kunden gehören hauptsächlich die großen Konsumgüter- und Telekommunikationsunternehmen sowie Filmverleihe. Für diese realisieren wir Online-Mediaschaltungen in reichweitenstarken Gaming-Umfeldern. Neben standardisierten Display-Kampagnen konzipieren wir auch Content-Integrationen, In-Game-Advertising und Markeninszenierungen – alles im Kontext Gaming. Unabhängig von unserem Tagesgeschäft verstehen wir uns auch als Botschafter der Games-Branche, um in der Öffentlichkeit Vorurteile zu beseitigen und die Akzeptanz für das Medium Gaming als Kulturgut zu erhöhen.

GameBizz: Wie entstand GAN und wie monetarisiert das Unternehmen?

Marlon Werkhausen: Gemeinsam mit meinem langjährigen Freund Daniel Siegmund habe ich GAN 2007 als GbR gegründet. Wir sind mit dem Medium Gaming aufgewachsen und noch heute leidenschaftliche Gamer. Im Zuge des dynamisch wachsenden Online-Gaming-Marktes haben wir frühzeitig das Vermarktungspotential erkannt und die Idee für unsere eigene Firma war geboren. Mittlerweile beschäftigen wir 11 Kommunikationsprofis mit Gaming-Affinität. Die Monetarisierung erfolgt überwiegend durch Provisionen, die wir für die Umsetzung von Werbekampagnen erhalten.

GameBizz: Wie hat sich der Einsatz von Werbung durch das Aufkommen von Casual- und Social Games (Free2Play-Spielen) geändert?

Marlon Werkhausen: Casual Games und Social Games, die kostenlos über das Internet gespielt werden können, haben den Spiele-Markt revolutioniert und zum Online-Massenphänomen gemacht. Das typische Bild vom jungen “Hardcore-Zocker” ist überholt. Mittlerweile spielen Internetnutzer aller Altersgruppen online. Gerade Frauen, die zuvor in der Gameswelt eher unterrepräsentiert waren, entdecken Online-Gelegenheitsspiele immer mehr für sich. Die hohen Reichweiten und breiten Zielgruppen machen den Markt für Werbetreibende attraktiv. Und Publisher können das kostenfreie Spielvergnügen durch Werbeeinahmen refinanzieren.

GameBizz: Hardcore-Gamer reagieren zunehmend negativ auf Werbung, etwa Banner und nutzen oft Adblocker. Wie sieht dies bei der noch recht neuen Zielgruppe der Casual-, und Social Gamer aus?

Marlon Werkhausen: Bei Casual und Social Gamern ist die Werbeakzeptanz um einiges höher, das belegt u.a. die aktuelle Studie “Online Games-Report 2010″ des BVDW. Die Herausforderung besteht darin, Werbung so zu integrieren, dass sie nicht als störend empfunden wird, sondern sogar einen Mehrwert für den Spieler bietet. Nicht zuletzt deshalb zeichnen sich unsere Kommunikationsmaßnahmen im Gaming-Umfeld durch eine hohe Kontaktqualität und starke Performance aus.

GameBizz: Monetarisierung im Free2Play-Bereich ist eine nicht einfache Aufgabe. Wie trägt GAN hier dazu bei, sowohl Unternehmen als auch Usern gleichermaßen Gerecht zu werden?

Marlon Werkhausen: Für unsere Publisher-Partner sorgen wir dafür, dass alle zu vermarktenden Werbeplätze optimal ausgelastet sind. Dabei achten wir insbesondere auf die Qualität der Werbung, die wiederum für die Akzeptanz der Spieler entscheidend ist. Der User soll Werbung als Mehrwert empfinden und nicht durch beispielsweise Abzocker-Werbung oder Layer, die man nicht wegklicken kann, belästigt werden. Nur so können Publisher erfolgreich monetarisieren und gleichzeitig ihre Userschaft binden und weiter ausbauen.

GameBizz: Wie müssen sich Werbestrategien ändern, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, die Zielgruppe zu erreichen und ohne aufdringlich zu wirken?

Marlon Werkhausen: Unter nachhaltiger Vermarktung verstehen wir es, allen Anspruchsgruppen gerecht zu werden, d.h. den Werbetreibenden, den Gaming-Anbietern und den Spielern. Grundsätzlich bietet Gaming im Vergleich zu klassischen, eher auf Informationen basierenden Online-Umfeldern, einen entscheidenden Vorteil: Der Nutzer ist in einer aktiven, aufnahmebereiten Verfassung. Deshalb ist es bereits gängige Praxis, Spiele als Vehikel zu nutzen, um Markenbotschaften im Spielverlauf beim Nutzer zu verankern. Durch Interaktion und Involvement des Users machen wir den Produktnutzen für die Spieler erlebbar. Dadurch steigen die Werbewahrnehmung des Spielers und die Kontaktqualität, insbesondere gegenüber klassischen Kommunikationskanälen.

Über Marlon Werkhausen:

marlon_werkhausenDer 30 Jahre alte Medienbetriebswirt Marlon Werkhausen gründete 2007 zusammen mit seinem Freund Daniel Siegmund GAN. Beide fungieren als Geschäftsführer. Zuvor absolvierte er ein duales Studium bei der dpa und arbeitete als Kommunikationsberater für unterschiedliche Internetprojekte, u.a. verwandt.de und dealjaeger.de, sowie als PR-/Sales Manager bei ingame.

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