Interview mit Lars Koschin von Frogster
Erst vor wenigen Monaten kündigte Froster America eine Kooperation mit Peanut Media Labs aus den USA an, um seine nicht zahlenden User zu monetarisieren. Während DoubleDing unter anderem in Farmville eingebunden wurde, dem derzeit erfolgreichsten Social Game, konnte SponsorPay erst vor wenigen Wochen mit Gameforge einen sehr starken Partner bekannt geben. So könnte man behaupten, dass sich das Rad der verschiedenen Anbieter für die neue Art der Monetarisierung weiter dreht und jeder versucht sein Stück des Kuchens abzubekommen. Ob dies wirklich der Fall sein wird, was die entscheidenen Kriterien sind und warum sich einige Anbieter im Konkurrenzkampf absetzen könnten, beantwortet uns Lars Koschin, CEO Frogster America Inc., in einem Interview.
GameBizz: Hallo Lars, du warst circa zwei Wochen in Europa und Deutschland unterwegs. Was genau waren deine Eindrücke von dem Online Games Markt in diesen Regionen?
Lars Koschin: Ich glaube, dass Entertainment am Computer in Europa noch immer nicht so angesehen ist wie zum Beispiel Kartenspielen. Gerade in Deutschland ist es oft so, dass gesagt wird, dass spielen Zeitverschwendung sei. Im Vergleich dazu sind andere Märkte schon viel weiter – in Asien oder auch in den USA. Ich hatte letztens ein interessantes gespraech mit Dennis Fong, ein anerkannter Pro-Gamer. Der junge Mann hatte 1997 den Ferrari von John Carmack gewonnen – bei einem Quake Turnier. Er sagte das danach seine Eltern nie wieder ueber seine Spielerei beschwert hätten.
Europa nimmt neue Entertainment Aktivitäten einfach nicht so schnell auf wie die USA.
GameBizz: Wo genau liegen die Unterschiede zwischen dem europäischen und amerikanischen Markt?
Lars Koschin: In den USA geben die Menschen schneller Geld für gutes Entertainment aus, als in Europa.
Weiterhin sind Feiertage in den USA einer der wichtigsten Zeiten, in denen der Kunde auf Angebotsfang geht. Das ist hier deutlich stärker ausgeprägt, als in Deutschland. Amerikaner sind außerdem sehr stark auf Konkurrenzdenken ausgelegt – das spiegelt sich auch sehr stark in der Spieleszene wieder.
GameBizz: Vor kurzem hat Frogster America eine Kooperation mit Peanut Labs Media bekannt gegeben. Was versprecht ihr euch davon?
Lars Koschin: Einer der Hauptgründe ist, dass wir mit dem System von Peanut Labs Media unseren Titel Runes of Magic weiterhin kostenlos anbieten können. Mit Peanut Labs Media werden wir neue User an die Möglichkeiten, die sich durch den Kauf der virtuellen Ingame-Währung eröffnen, heranführen. Wichtig ist für uns, dass der User alles im Spiel erreichen kann, ohne das er dafür Geld ausgibt. Unsere Free-To-Play User sind uns genauso wichtig wie unsere zahlenden Spieler. Jeder Spieler stellt für die Community und für das Spiel eine Bereicherung dar – der Wert wird in dem Moment nicht anhand von finanziellen Performance Indikatoren festgemacht.
GameBizz: In Deutschland konnte Sponsorpay mit einem ähnlichen Konzept wie Peanut Labs Media auf sich aufmerksam machen. Wer wird sich am Ende durchsetzen oder gibt es genug Platz für alle Player?
Lars Koschin: Wenn man sich den Markt der Survey- und Offer-Anbieter anschaut, sieht man, dass es dort schon zig Anbieter gibt. Gerade hier in den USA gibt es einige sehr erfolgreiche Firmen. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass man seine Stärken herausstellen kann und sich in seinem Kernmarkt gut auskennt. Der Schlüssel wird nicht die Anzahl der Offer/Survey sein – da 99% der Firmen die gleichen Angebote haben. Es gibt nur Unterschiede, wie die verschiedenen Anbieter die jeweiligen Angebote einbinden. Deshalb glaube ich, dass am Ende der Anbieter mit der besseren Infrastruktur und den besseren Informationstools gewinnt. Speziell für uns ist es wichtig, dass es Realtime-Statistiken gibt und ein gutes Fraud/Risk-Management – gerade in dem Bereich könnten die Anbieter ihre Unterschiede am besten zeigen.
Über Lars Koschin:
Lars verfügt über langjährige Erfahrung in der Informations-Technologiebranche, darunter zwei Jahre als Technischer Direktor der Deltacity.NET GmbH und über fünf Jahre beim Militär. Lars begann seine Karriere in der interaktiven Entertainment-Industrie als Co-Gründer von Gamigo, wo er sechs Jahre als Chief Technical Officer die Verantwortung über alle technischen und MMOG-bezogenen Vorgänge hatte. Er startete das erste vollständig lokalisierte MMOG in Deutschland (‚The 4th Coming’) und viele weitere Titel in Europa. Im Juli 2007 übernahm er die Position des CTO bei Curse Inc., einem sehr beliebten MMOG-Portal. Von Januar 2008 bis April 2009 leitete er außerdem Gameforge Productions Inc. in San Francisco. Seine akademischen Leistungen beinhalten Abschlüsse an der Management Akademie von RWE und der TraiCen Technology School in Deutschland. Er verfügt ebenfalls über die offizielle Multimedia-Lehr-Lizenz der deutschen Regierung.
