Interview mit Alexander Piutti von POPMOG

popmog_mit-hintergrund_und_schriftzug_Das Online Games Business wächst und gedeiht. Deswegen kommen auch neue Produkte daher, die zuvor in der Art und Weise noch nicht vorhanden waren. Eine dieser Erneuerungen könnte POPMOG werden. Dieses erste Produkt der Firma GameGenetics hat es sich zum Ziel gesetzt als innovatives Browsergamesportal den Spielspaß der Benutzer untereinander zu vergrößern und diese selber als Mittelpunkt zu präsentieren, auf gleicher Stufe wie die Spiele selber. Ob es mehr Spiele als derzeit sechs auf dem Portal geben wird und warum POPMOG schon ähnlichen Portalen wie zum Beispiel Playnik.com voraus hat, erfährt man im Interview mit dem Geschäftsführer Alexander Piutti.

GameBizz: Hallo Alex. Vor kurzem habt ihr die Closed Beta für POPMOG eröffnet. Von außen betrachtet scheint es ein ganz normales Online-Games-Portal zu sein, doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man deutliche Social Features wie Freundeslisten und Clans. Was genau ist also die Idee von POPMOG?

Alexander Piutti: POPMOG steht für Popular Multiplayer Online Games. Aber neben spannenden Games dreht sich bei POPMOG alles um den Community-Aspekt. Der Spieler selbst,

Das eigene POPMOG Profil mit Freundesliste

Das eigene POPMOG Profil mit Freundesliste

seine Bedürfnisse und sein Spielverhalten stehen im Mittelpunkt. Hierbei setzt POPMOG nicht darauf, das Rad neu zu erfinden (zum Beispiel ein Facebook für Gamer zu sein), sondern etablierte Modelle wie Facebook als Basis für ein differenziertes, vertikales Angebot zu nutzen. Dabei ist es unser Anliegen, die bestehende Community spieleübergreifend und permanent mit immer neuen Anreizen, Kommunikationsmöglichkeiten (zum Beispiel Chat, Email, Zapper) und Auszeichnungen für sämtliche Aktivitäten im Spiel, beziehungsweise in jeglichem Bereich von POPMOG zu belohnen. Dazu dienen die klassischen Ruhm und Ehre-Funktionen wie beispielsweise Medaillen, Auszeichnungen, etc., aber auch eine Art Miles and More für Gamer – die sogenannten Honor Points. Diese können prinzipiell für jede Art der Aktivität auf der POPMOG-Plattform erwirtschaftet werden und entweder für bestimmte Upgrades im Spiel aufgewendet oder im zukünftigen POPMOG-Shop gegen reale Preise eingetauscht werden. All dies findet sich kontinuierlich aktualisiert auf der persönlichen Gamer Card, die zukünftig auch in die eigenen Social-Media-Auftritte (Facebook, MySpace, etc.), die eigene Homepage, oder Forensignaturen integriert werden kann.

GameBizz: Ihr seid derzeit nicht die einzigen, die versuchen, Social Features auf Plattformen oder direkt in Online-Games zu integrieren. Es gibt Blizzard mit seinem Battle.net und Playnik.com, die auch seit geraumer Zeit mit ihrem Online-Games-Portal aktiv sind. Wo genau seht ihr euch zwischen euren Mitstreitern?

Gezwitschere im POPMOG

Gezwitschere im POPMOG

Alexander Piutti: Als Differenzierung zu anderen Online-Games-Portalen wird der POPMOG-Gamer im Sinne der Wertigkeit bewusst auf das gleiche Niveau gehoben wie der Content selbst, sprich die Games. Ein differenziertes, Spieler-affines Portaldesign unterstützt diesen Ansatz. Die Kombination aus populären Games und darauf zugeschnittene Useraktivitäten webt sich transparent und als roter Faden durch das Portal. Das ist in dieser Form einzigartig: Bis dato gibt es keine vergleichbare so genannte vertikale Internet-Community im Bereich Gaming, welche erfolgreiche Community-Konzepte als Basis für eigene, interaktive Useraktivitäten konsequent um den Nukleus der POPMOG-Games webt. So nutzt POPMOG zum Beispiel als Registrierungskonzept Facebook Connect und Open ID, um die Userregistrierung und das weitere Einladen von Freunden so simpel wie möglich zu gestalten. Weiterhin ist der User mit Hilfe der POPMOG-Social Network Applikationen (eine Facebook-Applikation existiert als Prototyp, eine Open Social-Applikation ist in Arbeit) in der Lage, über das POPMOG-Portal hinaus seine In-Game- und Portal-Aktivitäten beispielsweise via Facebook, Open Social und Twitter gleichgesinnten Internet-Nutzern mitzuteilen und dadurch einen aktiven Austausch mitzugestalten.

GameBizz: Was genau darf man bei POPMOG noch erwarten? Welches Features werden noch kommen?

Alexander Piutti: Das Portalangebot gliedert sich im Wesentlichen in drei Pfeiler.
1. Die Onlinegames- / Gamesplattform: Hier erfolgt die Anbindung von populären Online-Games beim gleichzeitigen Angebot von Diensten wie z.B. Payment für Gamedeveloper.

2. Die Community: Eine zielgerichtete, vertikale Web-2.0-Community mit gamingspezifischer Funktionalität. Die Communityfunktionen werden zum einen über das Portal selbst angeboten, zum anderen wird es eine Netzwerkleiste (Zapper) geben, mit deren Hilfe ein Gamer im Portal und auch aus dem Spiel direkt auf solche Funktionen (wie beispielsweise Direktkommunikation mit anderen Gamern) zugreifen kann.

3. Die Developer Zone (DZ): Die DZ als zunächst geschützter Bereich dient der aktiven Kommunikation zwischen Spieleentwicklern untereinander, sowie mit GameGenetics im Rahmen der Spieleintegration. Hier gibt es zum einen die Dokumentation zu den POPMOG-APIs und Kommunikationstools, zum anderen die Möglichkeit, durch eine Art Marktplatz unterschiedliche Entwicklungsprojekte einzustellen und gemeinsam zu bearbeiten.

GameBizz: Ihr hattet in eurer Beta nur drei Spiele. Das war für ein normales Portal sicherlich etwas zu wenig. Mit wie vielen Spielen darf man zum richtigen Launch rechnen?

Alexander Piutti: Das POPMOG Portal befindet sich derzeit im Closed Beta Stadium. Der Public Beta Launch ist für Oktober 2009 geplant. Weitere spannende Games werden in die Launch-Version integriert; hier sind frische wie etablierte Titel vertreten. Also – für Überraschung ist gesorgt. Das Portfolio wird in den nächsten zwei Jahren um weitere innovative und populäre Games aus dem In- und Ausland erweitert, um dem User eine wachsende Auswahl an Top-Titeln anzubieten.

GameBizz: Derzeit schreibt ihr in einer ersten Beschreibung eures Produkts, dass es sich um Spiele handelt, die es so nirgendwo anders gibt. Wie also findet ihr neue Spiele und wählt diese dann aus?

Alexander Piutti: Wir bieten bei POPMOG ein einzigartiges Spieleanbebot, das es in dieser Form und Kombination nirgendwo anders gibt. Denn in der Summe hebt sich das Portfolio thematisch und mechanisch von anderen Browsergames-Portalen erfrischend ab. So ist POPMOG eine hervorragende Anlaufstelle für jeden, der noch nicht sein Spiel gefunden hat.
Kern unseres Ansatzes ist, den Spieler mit dem für ihn idealen Spiel zusammenzubringen. Wir mischen besondere und massentaugliche Spiele, und legen dabei äußersten Wert darauf,

POPMOG mit Chatfenster

POPMOG mit Chatfenster

dass auch innerhalb unseres Katalogs jedes Spiel seine Eigenständigkeit bewahrt. Insbesondere Spiele, die nicht vordergründig den Massenmarkt adressieren, haben eine gebührende Wahrnehmung verdient.
Der Auswahlprozess setzt auf verschiedenen Herangehensweisen auf. Wir beobachten den Markt und identifizieren vielversprechende Spiele, die ins Portfolio passen. Nachdem wir anfänglich ausschließlich aktiv auf Spieleentwickler zugegangen sind, kommen mittlerweile auch immer mehr Entwickler auf uns zu, was uns sehr freut.
Zum Wohlbefinden trägt bei, dass wir keine eigenen Titel entwickeln, und daher kein Umsatzkonflikt zwischen Eigen- und Partnerspielen entsteht.

GameBizz: Welches Businessmodell steht hinter POPMOG? Inwiefern könnt ihr attraktivere Konditionen anbieten als andere große Publisher?

Alexander Piutti: Das grundlegende Businessmodell basiert auf den bewährten Monetarisierungsmodellen der Spiele selbst. Wir bieten in unserem Portal eine spannende Mischung aus bekannten und innovativen Ansätzen, die jedem Spiel einen gebührenden Rahmen und eine Reihe von Mehrwerten bietet. Das Businessmodell beruht auf einem fairen Revenue Share, ohne Vorabkosten für die Entwickler – wenn das Spiel in das Portfolio passt, muss es lediglich an unsere API angebunden werden.
Unsere Pluspunkte sind die zielgruppengenauere Ansprache, ein gutes Matching und die tiefere Verzahnung von Spiel und Portal. Diese vereinen sich zu einem nachhaltigen Ansatz - für eine lange Verweildauer im Spiel.
Wir bieten gebündelte, additive Reichweite. Mittlerweile zeigt sich: Eine Partnerschaft mit uns ist für viele Entwickler eine interessante, zusätzliche Einnahmequelle. Der eigenständige Betrieb des Spiels und die inhaltliche Autonomie bleiben unangetastet. Selbstverständlich aber helfen wir mit Rat und Tat, wenn wir nach Verbesserungsvorschlägen gefragt werden.
Unterm Strich gewinnen alle Beteiligten: Der Spieler, der sein Spiel gefunden hat, der Entwickler, der sich über eine gesunde Spielergemeinde freuen darf - und natürlich auch wir als Vermittler zwischen Gamer und Game.

GameBizz: POPMOG gehört zur Firma GameGenetics, die du erst im letzten Jahr gegründet hast. Was genau wollt ihr mit GameGenetics erreichen?

Alexander Piutti: Die Firma GameGenetics GmbH wurde nach intensiver Vorbereitung im Frühjahr 2009 in Berlin gegründet und ist ein junger Internet-Dienstleister. Wir unterstützen als erster Independent Publisher und Betreiber des Online-Games-Portals POPMOG eine Vielzahl etablierter und neuer Entwickler von Online-Games, insbesondere Browsergames, bei Produktoptimierung und Reichweitenaufbau. Bis dato hat GameGenetics bereits mehrere Arbeitsplätze geschaffen, weitere werden in den nächsten Jahren kontinuierlich folgen. Wir arbeiten eng mit der Investitionsbank Berlin (IBB) und dem Medienboard Berlin Brandenburg zusammen, sowie gamingaffinen Hochschulen im Berliner Umfeld. In einem weiteren Schritt folgen dann Kooperationen im Bundesgebiet.
Zielmarkt ist zunächst das deutschsprachige Europa mit klarer Expansionsstrategie in das europäische und nichteuropäische Ausland. Der Produktansatz ist innovativ, es geht nicht um eine Produktkopie eines beispielsweise amerikanischen Internet-Produktes. Die Vision lautet: Ausbau von POPMOG als Longtail Publisher von Onlinegames, quasi als Amazon für Online Games.

GameBizz: Vielen Dank für das Interview!

Über Alexander Piutti:

piuttiAlexander Piutti (41) ist Mitbegründer der GameGenetics GmbH und leitet sie seit ihrem Start im Frühjahr 2009. Er unterstützt als erster Independent-Publisher und Betreiber des Browsergamesportals POPMOG eine Vielzahl etablierter und neuer Entwickler von Onlinespielen. POPMOG steht für Popular Multiplayer Online Games.

Alexander Piutti weist mehr als 15 Jahre Managementbackground mit signifikanten Erfahrungen im Bereich Entwicklung und Markteinführung von Internet Produkten, Marketing & Business Development vor. Vor der Gründung von GameGenetics war er in führenden Internet-Unternehmen in Europa und Nordamerika in unterschiedlichen Positionen tätig. Dazu zählen unter anderem Yahoo! (Head of Search Europe, London), Wazap (Vorstand und CCO) sowie - als europäischer Mitgründer - Overture (heute Yahoo Search Marketing). Zusammengefasst: Ein Entrepreneur aus Passion.

6 Kommentare zu “Interview mit Alexander Piutti von POPMOG”

  1. Kurt

    Spiele, “die es so nirgendwo anders gibt”? Widerspricht das nicht dem, dass bekannte Titel in POPMOG integriert sind wie “Age of Pirates” oder “Die Stämme”? Ich verstehe nicht, warum ich die Spiele nicht wie gewohnt spielen soll, über deren Homepage. Spiele finde ich über Galaxynews genug… Vielleicht hab ich aber auch was falsch verstanden.

  2. Basti

    @Kurt
    GalaxyNews ist halt nur eine Suche über Einzelanbieter… bei POPMOG ist alles mit einem Login vereint.. Wer zb bei facebook ist, kann sich mit dem facebook connect bei POPMOG einloggen und direkt alle Spiele ohne weitere Anmeldungen spielen. Außerdem gibt es wie ich das sehe eine Reihe von Communityfunktionen und man sieht immer was die eigenen Freunde in den Spiele so treiben (ähnlich wie Twitter)
    Wenns in einem Spiel gerade spielbedingt Pausen gibt spielt man mit einem Klick kurz ein anderes an und sammelt damit dann auch wieder Punkte und Badges für die Portalhighscores… find ich schon recht komfortabel

  3. Kurt

    Hmm, heißt das, dass ich möglichst bei allen Spiele gleichzeitig spielen muss, damit ich in der Highscore oben bleibe? Das ist doch nicht komfortabel, sondern zusätzlicher Stress. Vielleicht bin ich auch nicht die Zielgruppe. Ich logg mich gerne ab und zu ein und spiele vor mich hin…

  4. Basti

    Ich denk das sind 2 paar Schuh.. Die haben Highscores pro Spiel und eine portalweite Bonuspunktewährung.. die bekommt man laut Forum auch durch Abzeichen in den Spielen. Hält dich vermutlich keiner ab in deinem SPiel Nr1 zu werden und zu bleiben.. :) ich meinte nur, dass ich zb manchmal Age of Pirates spiele, aber irgendwann auf Ressourcen warten muss und dann klick ich mich einfach bei Dragosien ein und spiel dort ein bisschen weiter, meine Freunde hab ich dann aber weiter im Chat.. ist halt ne Community und weniger für Individualisten die am liebsten Solitär gegen den PC spielen– überspitzt gesagt ;)

  5. Thomas

    Hab mich die letzten Tage immer wieder eingeloggt. Da scheint überhaupt nichts los zu sein. Die Spiele sind teilweise von extrem schlechter Qualität (Industrie Tycoon) und vollkommen veraltet (Age of Pirates, Die Stämme). Ich war ursprünglich sogar bereit „Credits“ aufzuladen, aber da werden einem 25 unterschiedliche Tarife angeboten. Woher soll ich denn wissen, ob ich 1.958 Credits oder 49.200 benötige. Ganz davon abgesehen, habe ich bisher kaum Möglichkeiten gefunden die Credits wieder auszugeben. Und zum Thema Community. Ich spiele zwei Gameforge Browsergames da gibt es auch ne Community und ich hab Zugang zu allen Gameforge Spielen. Soweit ich weiß ist das bei Bigpoint oder Redmoon genauso. Ich sehe jedenfalls keinen Reiz an Popmog und werde mich nicht mehr einloggen.

  6. Ditmar

    Leider muss ich Ihnen mitteilen, das mehrmaligen anfragen für das Spiel die Stämme wieder frei zuschalten keine reaktion von seitens der Firma Popmog kommt da muss ich mich doch Fragen
    ist diese Firma seriös??

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