Fachartikel: Skillgames
Fragt man heute Branchenkenner nach Onlinespielen oder Casual Games, bekommt man viele Antworten und Informationen. Namen und Beispiele für Erfolgsgeschichten sind oft Browserspiele-Anbieter wie Bigpoint oder Gameforge. Daneben werden schnell Download-Anbieter wie Bigfish oder Spillgames genannt. Der neueste Hype sind Social Games, zum Beispiel von Zynga, Playfish und vermutlich einige hundert weitere Anbietern.
Geschicklichkeits- oder Glücksspiel?
Ein Segment der Online-Spiele, das noch selten direkt genannt wird, sind die sogenannten Skillgames. In Deutschland beschreibt dieser Begriff Geschicklichkeitsspiele im Netz, bei dem zwei oder mehr Spieler gegeneinander antreten. Ein Geschicklichkeitsspiel unterscheidet sich von einem Glücksspiel dadurch, dass der Spieler den Spielausgang durch Talent und Können beeinflussen kann und es keine oder kaum Zufallselemente gibt, die den Spielausgang beeinflussen können. Diese Spiele finden zu 100% im Browser statt und fallen aufgrund ihres Umfangs und der bekannten Regelstrukturen in den Bereich der Casual Games.
Wir unterscheiden zwei Arten von Skillgames: synchrone und asynchrone Spiele. Bei einem synchronen Spiel „sehen“ sich die Gegner und können die Aktionen der anderen Spieler direkt verfolgen. Ein klassisches Beispiel dafür ist eine Runde Billard oder ein Quiz mit mehreren Spielern. Im Grunde handelt es sich um Realtime-Multiplayer-Spiele. Bei einem asynchronen Spiel treten die Mitspieler zeitlich versetzt an. Anhand der erreichten Punkte wird im Nachhinein der Sieger ermittelt. Dies beispielsweise, wenn zwei Personen nacheinander eine Runde Solitär spielen und hinterher ihre Punkte vergleichen. Um auch hier eine Chancengleichheit zu erzeugen und sicherzustellen, dass das Geschick über den Sieg entscheidet, starten alle Teilnehmer einer Spielrunde in einer identischen Spielsituation.
Der Sammelbegriff Skillgames umfasst Dauerbrenner wie Backgammon, Billard, Skat oder Memory. Die dahinter steckenden Spielprinzipien sind zum Teil uralt und entsprechen dem verbreiteten Wunsch der Menschen, sich auch in ihrer Freizeit auf gesellige Weise miteinander zu messen.
Kostenloses Spielen um Geld
In Europa gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter von Skillgames. Etabliert am Markt sind beispielsweise King.com, Gameduell oder Skill7. Derzeit kommen aber auch neue Player auf den Markt wie beispielsweise Tipp24Games oder Gimigames…
Alle Anbieter vereint ein ähnliches Geschäftsprinzip. Neben der Möglichkeit, kostenlos zu spielen, können die Kunden auf den einzelnen Portalen der Anbieter Geld einsetzen. Wenn zwei oder mehr Spieler in einer Partie Geld platzieren, wird ein Großteil der Einsätze an den Gewinner ausgeschüttet. Der Restbetrag (von Betreiber zu Betreiber unterschiedlich) wird vom Betreiber einbehalten.
Dieses Geschäftsmodell ist in Deutschland und vielen weiteren Ländern legal, da es sich um Geschicklichkeitsspiele handelt. Ein Geschicklichkeitsspiel hängt im Ausgang und Ergebnis ganz oder überwiegend vom Können ab. Der Einsatz von Geld ist grundsätzlich nur Spielern ab 18 Jahren erlaubt.
Auf den Unterschied kommt es an
Auch wenn das Geschäftsmodell zunächst einheitlich ist und sich vor allem in der Marge für den Anbieter unterscheidet, zeigen die einzelnen Anbieter unterschiedliche Stärken/Schwäche-Profile. Dabei kann es sowohl eine sehr große Diskrepanz in Qualität und Quantität der Spielinhalte, als auch im Aufbau und in der Ausgestaltung der Portalgestaltung geben. Ein Portal wie Gameduell wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eher männliche Kunden ansprechen, da hier vor allem Männer-affine Produkte wie Skat und andere Kartenspiele im Vordergrund stehen und eher neutrale und herbe Farben verwendet werden. King.com spricht hingegen vermutlich eher Frauen an, da viele Inhalte und Spiele sich mit Themen aus einem vermeintlich Frauen-affinen Umfeld bedienen (zum Beispiel Blumen, Edelsteine etc.). Viele Anbieter haben Produkte auf ihren Seiten, die sie nicht selbst entwickelt haben - Lizenzprodukte, die in abgewandelter Form als Skillgame angeboten werden (beispielsweise BeJeweled oder Bookworm). Allen Portalen und Spielen ist eines gemein: Sie haben einen großen und stetig wachsenden Kundenstamm. Auch wenn sich demographisch Cluster bilden, so sind doch aus allen Altersbereichen ab 18 Jahren und allen Umfeldern Kunden vertreten.
Aufgrund der großen Verbreitung und dem Trend zum Internet-basierten Spiel ist davon auszugehen, das es künftig immer öfter Nachrichten von der Skillgamesfront geben wird.
Über Sven Ivo Brinck
Sven Ivo Brinck arbeitet nach einem BWL-Studium seit 1999 in der New Economy. Bereits seit C64 Zeiten verfolgt er die Trends im Games-Bereich und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Er ist Allein-Prokurist der Tipp24 Entertainment GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Tipp24 AG. Derzeit werden zwanzig Spiele in unterschiedlichen Genres und Themenwelten angeboten, bei denen der Spieler sein Können in Echtzeit gegen andere messen, um Geld spielen und gewinnen kann. Jeden Monat kommt ein weiterer Titel dazu.

am 26. November 2009 um 15:09 Uhr.
Na, wenn das mal kein Eigenwerbe-Artikel ist, super. Interessanterweise definiert GameDuell seine Nutzer nahezu konträr zu der Vermutung des Autors…
am 27. November 2009 um 10:57 Uhr.
Sehr interessanter Artikel, Ivo.
am 27. November 2009 um 14:55 Uhr.
Habe ich da was falsch verstanden:
“Dieses Geschäftsmodell ist in Deutschland und vielen weiteren Ländern legal, da es sich um Geschicklichkeitsspiele handelt. Ein Geschicklichkeitsspiel hängt im Ausgang und Ergebnis ganz oder überwiegend vom Zufall ab.”
Ich dachte Skillgames hängen vom Geschick ab und Glücksspiel hängt vom Zufall ab, oder wie?
am 27. November 2009 um 17:09 Uhr.
Die interessante Frage ist doch dann eher, warum gibt es bei Skill7, Gimigames etc. denn dann die schönen Limits auf Malta? Also alles ganz legal hier ;-)))
am 30. November 2009 um 10:23 Uhr.
[...] gamebizz.de schreibt Sven Ivo Brinck über das immer populärer werdende Geschäftsmodell der Skillgames – [...]
am 30. November 2009 um 13:17 Uhr.
Hallo *,
@Andre: Danke für den Hinweis - das ist natürlich ganz klar ein Fehler von mir gewesen. War ich in der Textkorrektur wohl nicht gründlich genug. Korrekt soll es natürlich lauten, das bei Geschicklichkeitsspielen Ausgang und Ergebnis vom Können abhängen. Das ist inzwischen auch so im Text korrigiert.
@Tommy: Danke für Deine Anmerkungen. Sicherlich hat auch Gameduell Frauen als Zielgruppe im Fokus und spricht diese stark an. Ich vermute das meintest Du. Ich persönlich empfinde Gameduell dennoch sowohl vom Spielangebot, als auch von der Aufbereitung her, weniger frauenaffin als King. Wie die demographie der Kundenstämme tatsächlich ist, weiß ich natürlcih (leider) nicht.
Was den Sitz der Gesellschaften angeht, ist Gameduell ja auch in Deutschland ansässig. Warum einige andere Anbieter auf Malta und anderen Destinationen beheimatet sind, kann ich nicht beurteilen. Das könnte auch daran liegen, das einige von denen auch andere Produkte anbieten, wie zum Beispiel im Falle von Greentube.
am 30. November 2009 um 16:02 Uhr.
Danke für die Erläuterung.
am 2. December 2009 um 14:26 Uhr.
[...] Der Blog für Online Games Business « Fachartikel: Skillgames [...]
am 19. January 2010 um 14:38 Uhr.
Ich muss sagen, dass mir die Umsetzung der Spiele bei Tipp24games derzeit im Vergleich zu anderen Skill Games Seiten am besten gefällt. Man merkt einfach die Liebe zum Detail bei Jack Pott & Co