Electronic Arts’ Vorstoß in den Onlinegames-Sektor

725_eacorprgbBereits das 1997 erschienene Ultima Online bereitete den Weg für Electronic Arts in die Welt der Onlinegames. Mit dem Erfolg von Free2Play- und Socialgames hat sich in diesem Bereich auch für EA einiges verändert. Ein Free2Play-MMORPG steht zwar noch aus, doch mit BattleForge von EA Phenomic wurde ein erster Vorstoß in die Welt der „kostenlosen“ Spiele gewagt. Und die Zukunft hält sicher noch wesentlich mehr bereit. GameBizz blickt auf das vergangene halbe Jahr des Unternehmens zurück und wagt einen Ausblick in die Zukunft.

Das zunächst regulär als Verkaufsspiel im Handel erwerbliche Strategiespiel BattleForge ist inzwischen als kostenloser Download verfügbar und kann von jedermann gespielt werden. EA setzt hier auf das Sammelkarten-Prinzip (bekannt aus Magic: The Gathering) und darauf, dass Spieler gegen echtes Geld neue Karten für das Spiel kaufen, mit denen Sie bessere Chancen in den Kämpfen haben. Einen ähnlichen Weg des Virtual Goods Selling im Stil von Sammelkarten betreibt auch Northworks mit dem Basketball-Onlinegame Ballersunited.

Auch mit Battlefield Heroes fasste das Unternehmen Fuß im Free2Play-Bereich. Der 3D-Mehrspieler-Shooter lässt die Spieler in comicartigen Schlachtfeldern gegeneinander antreten. Das Spiel monetarisiert über Micropayment. Erst Ende November beklagten sich Spieler jedoch über die Wertänderung der sogenannten Battlepoints, die man sich gegen echtes Geld kaufen kann. Diese haben einen wesentlich höheren Stellenwert erhalten und bringen Spielern in Battlefield Heroes nun deutlich mehr Vorteile, wodurch sich EA einen höheren Gewinn verspricht. Nicht zahlende Kunden rücken dabei allerdings weiter in den Hintergrund.

dragon-age-journeysInzwischen hat Electronic Arts auch den Markt der Browsergames entdeckt. Mit Dragon Age: Journeys, Fussballfan.de, Lord of Ultima, Mirror’s Edge 2DTiger Woods PGA Tour Online und dem erst vergangene Woche angekündigten FIFA Online setzt EA auch in diesem Bereich auf die bisherigen Erfahrungen und zum großen Teil auch auf die bekannten Marken. Zwar steht noch nicht fest, wie diese Spiele monetarisieren werden, es ist jedoch davon auszugehen, dass Micropayment eine Rolle spielen wird – vor allem, da das Tiger Woods Browsergame derzeit noch als kostenlose Demo angepriesen wird. Dass man hier auch noch mehr erwarten kann verdeutlicht die Tatsache, dass mit EA 2D ein eigenes Studio für Browsergames gegründet wurde.

Auch im Markt der Social Games spielt EA inzwischen mit. Anfang November kaufte Electronic Arts den Social Games Anbieter Playfish für $ 400 Millionen. Dadurch ist das Unternehmen nun auch auf dem Social Network Facebook mit Spielen wie Restaurant City, Country Story oder Pet Society vertreten und trifft hier genau den Geschmack der Casual Gamer auf Social Networks. EA Sports Peter Moore untermauerte erst vor wenigen Tagen das große Interesse an diesem Markt mit der Aussage, dass Electronic Arts 2010 die Augen nach weiteren Social Games-Entwicklern offen hält.

Zukunftsmusik

Dies alles stellt mit Sicherheit erst die Spitze des Eisbergs dar. Der Free2Play-Markt gewinnt immer mehr an Bedeutung, weshalb davon auszugehen ist, dass EA irgendwann bestimmt auch ein MMORPG auf den Markt bringt, welches sich über Micropayment finanziert. Ob dazu eines der bereits existierenden – Ultima Online oder Warhammer Online: Age of Reckoning – benutzt wird oder ein komplett neues, darüber kann nur spekuliert werden. Für Warhammer Online jedoch wurde erst Ende November eine unbegrenzt kostenlos spielbare Trial gestartet. Dies könnte den ersten Schritt in Richtung Free2Play-MMORPG bedeuten. Es ist auch davon auszugehen, dass Electronic Arts weitere Browsergames veröffentlichen wird. Auch hier kann man nur Vermutungen anstellen, ob dafür neue IPs oder bereits vorhandene benutzt werden. Mit Wing Commander, Populous, Theme Park, Dungeon Keeper und Syndicate etwa hat das Unternehmen jedenfalls genug zugkräftige Marken in der Hinterhand. Und dass hier etwas geplant sein könnte, beweist, dass Electronic Arts erst im vergangenen Jahr die Rechte an diesen Marken erneuern ließ. Auch die Aussagen Jon van Caneghems, Projektleiter der Command & Conquer-Strategiespiele-Reihe, gaben in einem Interview Ende November Hinweise darauf, dass sich die Serie in Richtung Onlinegames bewegen könnte. Ob daraus ein Browsergame entsteht oder ein Online-Strategiespiel der Marke BattleForge muss abgewartet werden. Fest steht aber, dass Command & Conquer 4: Tiberian Twilight das letzte klassische Command & Conquer-Spiel werden soll. Dies verdeutlicht auch das Potenzial, das EA im Onlinegames-Markt sieht.

Mit bekannten Marken im Onlinegames-Bereich punkten möchte auch Ubisoft, die mit BlueByte an einem neuen Browserspiel arbeiten, welches vielleicht ein Die Siedler-Onlinegame werden könnte. Zugkraft hätte dieses Spiel allemal, genau wie ein Lord of Ultima oder Dragon Age Journeys von EA.

Playfish selbst gab bekannt, an einem Spiel einer sehr bekannten Electronic Arts-Marke zu arbeiten, das 2010 veröffentlicht werden soll. Ob es sich dabei um einen Wing Commander Casual-Shooter, ein Theme Park im Casual Format oder vielleicht sogar ein Die Sims- oder Sim City-Social Game handelt, werden wir sicher bald erfahren – die Möglichkeiten sind jedenfalls vorhanden, jetzt, wo Electronic Arts die Weichen gestellt hat.

Ein Kommentar zu “Electronic Arts’ Vorstoß in den Onlinegames-Sektor”

  1. Tweets die Electronic Arts’ Vorstoß in den Onlinegames-Sektor | GameBizz.de - Der Blog für Online Games Business erwähnt -- Topsy.com

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von GameBizz, Beka Kobaidze erwähnt. Beka Kobaidze sagte: RT: @GameBizz: GameBizz-Artikel: Electronic Arts Vorstoss in den Onlinegames-Sektor: http://bit.ly/9cyOol [...]

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