Apples iPad in den USA gestartet

Am 3. April war es soweit, Apples Tablet-PC, das iPad kam in den USA in den Handel. Bereits am ersten Tag wurden hier rund 300.000 Stück verkauft, über 1 Million Apps und etwa 250.000 E-Books heruntergeladen - beeindruckende Zahlen. Unter die Verkaufszahlen fallen sowohl alle Geräte, die an den Handel ausgeliefert wurden, Zustellungen an Besteller und Verkäufe in den Stores. Damit lässt das Gerät sogar den Rekord des iPhones, das laut Apple innerhalb der ersten 30 Stunden 270.000 Stück verkaufte, hinter sich. Es wird sogar geschätzt, dass über das gesamte Wochenende über 700.000 iPads verkauft wurden. In Europa soll der Tablet-PC erst Ende des Monats starten.

Die Meinungen zum iPad sind zu einem großen Teil positiv. Das geringe Gewicht gegenüber einem Note- und Netbook etwa wird gelobt, genau wie die - dank Kompatibilität zu den iPhone-Apps - über 140.000 verfügbaren Applikationen und die Möglichkeit, das Gerät als E-Book-Reader zu verwenden - die französische Zeitung “Le Monde” etwa baut das Layout auf iPad-Tauglichkeit um und rückt die Print-Zeitung in den Hintergrund. Doch auch negative Meinungen von Käufern finden sich im Web und auf Twitter. Bemängelt wird etwa das fehlende Multitasking, was es etwa schwierig macht, nebenher E-Mails zu verschicken. Auch das Arbeiten mit Apples Tablet-PC soll nicht so einfach zu handhaben sein, was an der etwas umständlichen virtuellen Tastatur liegt. Und die fehlende Unterstützung von Adobes Flash stößt vielen Usern sauer auf, ebenso, dass das Gerät relativ unhandlich für Unterwegs ist und mit Hitzeproblemen zu kämpfen hat. Generell stellt sich offenbar vielen Käufern die Frage, ob ein iPad wirklich nötig ist. Dies muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Jan Beuck, Managing Director der Playa Games GmbH gab gegenüber GameBizz seine Meinung zum iPad auch im Hinblick auf Games kund: “Das iPad ist eine spannende neue Art von Computer und für mich auf jeden Fall interessanter als jedes Netbook. Im Prinzip laufen darauf die gleichen Spiele wie auch auf dem iPhone und wir werden diese in Kürze wie Pilze aus dem Boden sprießen sehen. Auch MMOs sind theoretisch denkbar. Sieht man jedoch von der größeren Spielfläche und dem etwas schnelleren Prozessor ab, kann das iPad Spielern allerdings nichts bieten was das iPhone nicht auch schon konnte. Das Apple den Flash-Standard auf dem iPhone und dem iPad boykottiert, macht diese Plattformen für uns zur Zeit leider völlig unattraktiv - auch weil wir diese restriktive Politik nicht unterstützen wollen. Ich sehe die Stärke des iPads daher vorranging im Bereich der Magazine und würde mir privat ein iPad kaufen, wenn ich dafür die Zeitschriften abonnieren könnte, die ich zur Zeit gedruckt lese und sie entsprechend aufbereitet sind - dabei kann weniger durchaus mehr sein!”

Jens Begemann, CEO der wooga GmbH meinte GameBizz gegenüber: “Das iPad wird in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass Casual-, Browser- und Social-Games endgültig die Wohnzimmer breiter Altersgruppen erobern. Dort sind bisher nur die Konsolen zu finden, die primär von Männern bis 30 genutzt werden. Für Entwickler ist das iPad durch die fehlende Flash-Unterstützung allerdings eine große Herausforderung. Bei Videos ist die Umstellung von Flash auf HTML5 einfach. Bei Spielen ist eine Umsetzung in HTML5 i.d.R. nicht möglich und eine Umsetzung als native iPad-App in der Regel sehr aufwändig.”

Im Bereich Spiele jedenfalls weiß das iPad bisher zu punkten, auch wenn der fehlende Flash-Support einen großen Minuspunkt darstellt. HD-Varianten von iPhone- und iPod-Spielen wie Popcaps Plants vs. Zombies oder Flight Control HD, Worms HD und Geometry Wars Touch erfreuen sich großer Beliebtheit. Aber auch Games, die schon am PC eine große Fangemeinde haben, sind auf dem iPad zu finden, etwa EA’s Need for Speed SHIFT, Command & Conquer: Red Alert oder Capcoms Resident Evil 4. Gerüchten zufolge soll das MMORPG-Unternehmen IGG.com an einer Umsetzung des Online-Rollenspiels GodsWar für das iPad arbeiten. Hier werden mit Sicherheit noch viele interessante Titel folgen. Ob das iPad allerdings die Revolution bringt, die alle - besonders die Presse - erwartet haben, sei zunächst einmal dahingestellt.

Ein Kommentar zu “Apples iPad in den USA gestartet”

  1. iPad Spiel

    „…Bei Spielen ist eine Umsetzung in HTML5 i.d.R. nicht möglich…” - eine gewagte Behauptung. Ich bin mir ziemlich sicher das wir in den nächten 12-18 Monaten eine menge neuer „Browser”-Spiele sehen werden die auf HTML 5, JavaScript, WebGL etc. basieren werden - es ist natürlich eine Umstellung aber ganz sicher möglich.

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